… 26000 27762

Fünfte und letzte kleine statistische Anmerkung am 354. Reisetag, dem Ankunftstag in Sanur auf Bali.

Fortschreibung des Eintrags vom 16. Februar, nach weiteren 32 Reisetagen. Ich stütze mich weiterhin auf meine Track-Aufzeichnungen des „Mini GPS“.

Mein Zähler ist jetzt am Ende der 3. Teiletappe (Indonesien / Jakarta – Bali) bei Reisekilometer 27762 angekommen. Darin sind neben weiteren Bus- und Boot-Transfer-km auch 945 km Transfer und Flug von Singapur nach Jakarta enthalten. Sind schließlich auch Reisekilometer.

Ich habe seit dem 1. April bis heute zum Ende meiner Teilnahme an der Radweltreise 24604 Radel-km geschafft, die insgesamt 1982 freiwillig im Bus abgesessenen Kilometer (schlappe 8 % – pfff …) wieder lächelnd ignoriert.

Von Jakarta bis Sanur haben wir insgesamt 1759 km Reisekilometer zurückgelegt.

Astrid setzte in Bangkok bei km 1552 ihre „Weltreise“ fort. Von Berlin bis Riga waren es für sie schon 1551 km. Sie hat also insgesamt 6918 Weltreise-km mitgemacht. Sooo lange „am Stück“ waren wir zwei noch nie zusammen auf Reisen. 🙂

Fahrradtechnisch betrachtet sieht es abschließend betrachtet relativ gut aus. Platte Reifen zähl ich ja nicht mit, die gibt es auf allen Radwegen der Welt. Das Fahrrad war optimal für mich und die Tour, wenn auch ein wenig schwer für die vielen vielen Höhenkilometer.
Die dritten Magura-Bremsgummis haben gerade so gereicht. Da hatten wir (ich wegen Unkenntnis des Profils) die z.T. über 10%-Rampen-Abfahrten in Indonesien total unterschätzt.

Der Mantel am Vorderrrad und der Gates-Carbon-Riemen sind beide seit dem Start in Berlin „in Betrieb“ und können sogar noch ein Stück weiter mitfahren. Beeindruckend.
Die Wermutstropfen an Astrids tout-terrain (mit dem kleineren Rahmen und tieferen Einstieg) hatte ich beim letzten Mal schon beschrieben.
Ein Echo blieb leider aus.
Nun kommt hinzu, daß die Verschraubung am Steuersatz offenbar „ausgenudelt“ (O-Ton Werksservice) ist, aber noch keine Lösung gefunden wurde. Fester läßt sich die eine entscheidende Schraube leider nicht reindrehen. Ärgerlich.
Übrigens, ich würde auch weiterhin den Drehgriff beim Schalten der Rohloff-Speedhub bevorzugen. 😉

Ihr Mitradlerinnen und -radler, kommt alle gut nach Hause zurück und toi toi toi den Weiterreisenden auf den Radweltreisewegen in Australien und danach.

Vielleicht kreuzen sich unsere Spuren irgendwann irgendwo wieder einmal.
Tschüß.
Peter

Die letzten 25 Km nach Sanur

354. Radweltreisetag,schön, warm und viel Verkehr

Geschafft. Manchmal habe ich gezweifelt, ob es mir gelingen wird, ohne Unfall von Krabi/Thailand bis Bali zu fahren.
Steile Abfahrten, die Bremsen wurden heiß, die Finger verkrampften, aufpassen, nur in kein Loch fahren, eine Schwalbe (über den Lenker abheben) wäre wahrscheinlich. Lastwagen, die röhrend knapp überholten, Mopeds die nur wenige Zentimeter vom Lenker vorbei fuhren. Besonders häufig fand ich waren das junge Frauen, die wohl nie auf dem Rad gefahren sind. Als Altmacho hatte ich mir für den Fall eines Zusammenpralls zurecht gelegt noch zu flüstern, dass ich viel lieber mit ihr im Bett liegen würde als auf der Straße. Wie schön, dass ich diese Gelegenheit auslassen konnte.
Über 1.700 km. Es reicht.

Nun noch etwas zur Sprache.

Die Sprachen in Malaysia und Indonesien sind fast identisch. Kleine Unterschiede zeichnen sich aber schon ab. Entstanden sind sie in der Kolonialzeit, gesprochen von Händlern und Seeleuten. Sie ist sehr einfach, man liest sie wie man spricht.
In Malaysia stand alle alle paar hundert Meter ein Schild: AWAS kurangkan laju (Achtung weniger schnell). Was heißt denn weniger schnell? Ein doch sehr dehnbarer Begriff fand ich. Unser Fahrer klärte mich auf: „Da sollte man 30 fahren.“ Ach je. Niemand fuhr 30. Das Wort „Awas“ übersetzte ich also
mit „ach was!“.

In Indonesien steht gelegentlich: AWAS hati hati. Hati ist im Hindi der Elefant und der ist bekanntlich eher langsam. Richtig übersetzte heißt das aber „Achtung vorsichtig“. Das Awas hat auch hier eher die Bedeutung von „ach was“. Überflüssige Geldausgaben für diese Schilder.

Zu meinen Errungenschaften in der hiesigen Sprache gehört auch „tua orang/pria malas/schappek/bodo (alter Mann faul/müde/dumm). Je nachdem was gerade angesagt ist. Leider hielt sich der erhoffte Widerspruch sehr zurück.
In Malaysia sagte man für guten Morgen „celemat pagi“. In Indonesien ist man maulfauler. Meist heißt es einfach „pagi“. Allerdings muss man viele Worte im Laufe des Tages vorrätig haben. Nachmittags „sorre“, abends „malan“ und dann mittags und vor dem schlafengehen noch ein anderes Wort. Mein Kopf hat abgelehnt, die auch noch zu lernen. Naja gut. Ich war zu faul, mir die auch noch zu merken. Das Maulfaule hat ja auch bei uns Norddeutsche eine Tradition. Moin anstelle von moin dach (guten Tag) ist auch bei uns üblich.

So, jetzt melde ich mich also ab. Es gab schöne und, na ja, nicht so schöne Erlebnisse. Die schönen und aufregendsten behält man ja besser im Gedächtnis.
Bis irgendwann in diesem Welttheater
Eckart