Allgemeines


90 Tage ostwärts

Das größte Land der Welt war auch für uns eine Herausforderung. Für uns, die Organisatoren und vor allem auch für die Radler und Radlerinnen, die sich auf den weiten Weg nach Osten gemacht haben.

Am Ende war das Fazit: Es hat sehr viel Spaß gemacht in Russland, vor allem Dank der fantastischen Begleitung durch Viktor, den Begleitbusfahrer.

Russland, jederzeit wieder!

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Aller Anfang war nass, kalt und windig

Bilderbuch und Track von Berlin zur russischen Grenze

Tatsächlich war es der kälteste Tag der Tour, der erste, an dem wir im Schneetreiben vom Brandenburger Tor in Berlin losgefahren sind. Am Ende, im schönen Schloss Wulkow, waren dann wirklich nur noch diejenigen dabei, die mussten, aber auch wollten. Von da hin ging es wettermäßig bergauf.

Obwohl: Wir sind ja stetig vor dem Frühling geflüchtet, der noch langsamer als wir Richtung Osten kroch. Muss wohl am Gegenwind gelegen haben, der uns eigentlich bis zur russischen Grenze ein steter Begleiter war.

Dennoch, Polen und das Baltikum haben uns bezaubert, wir hatten viel Spaß, tolles Essen und ebenso tolles Bier.

Ein schöner Beginn für die Radweltreise!

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Schlussakkord

Tag 396 der Radweltreise. Ankunft in Sydney.

Die Radweltreise ist an ihrem vorläufigen Ziel angekommen: Sydney. 396 Tage, mehr als 32.000 Kilometer.
Da darf man schon einmal sprachlos sein und die Bilder sprechen lassen!

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Von Stränden und Stahlwerken

Tag 395 der Radweltreise. 78 km von Nowra nach Wollongong. Es zieht sich.

Die heutige Etappe wird nicht als die schönste der Radweltreise eingehen. Gut, zwischendrin haben wir immer mal wieder schöne Abschnitte, am Meer entlang, fast ohne Autoverkehr. Dann wieder bleibt uns keine Wahl, als die notorische A1 zu fahren, die zwar, obwohl vier- bis sechsspurig, immerhin einen Radstreifen hat. Nur da, wo es gefährlich wird, in engen Kurven, war kein Platz und kein Geld für eine Radspur mehr da. Verstehe einer die Straßenplaner! Die letzten Kilometer finden dann in ständiger Sichtweite des hiesigen Stahlwerkes statt. Schön ist anders!

So schwanken wir heute zwischen „Ach ist das schön!“ und „Scheiße, da müssen wir durch!“. Wäre aber auch vermessen, von Berlin nach Sydney einen gut ausgebauten Radfernweg vorzufinden.

Obwohl: Als Utopie finde ich den Gedanken äußerst reizvoll!


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Hügelhüpfen

Tag 394 der Radweltreise. 38 km von Huskisson nach Nowra. Grüne Hügel und wechselhaftes Wetter

Morgens gemütliches Frühstück, dann Strandspaziergang. Noch einen Expresso/Flat White/Cappuccino.

Kurz nach Mittag steigen wir dann auf die Räder, etwas widerwillig nach der gestrigen harten Etappe. Aber es sind ja nur 38 Kilometer angesagt! Die gehen zwar an einigen Stellen deftig in die Höhe, entschädigen aber auch mit Ausblicken auf die saftig-grünen, fast surreal farbigen Hügel New South Wales.

Ein wenig Schotter, ein wenig mehr Verkehr, und dann sind wir in unserem schuckeligen Hexenhäuschen, das wir ganz allein für uns haben.

Schmutzbier im eigenen Garten, Abendessen in einer „Steam Punk“-Kneipe, die leider weder Dampf noch Punk hat, von der angepunkten, aber seltsam servilen Bedienung einmal abgesehen.


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Der lange Weg nach unten

Tag 393 der Radweltreise. 124 km von Braidwood nach Huskisson. Tendenziell bergab bei steigenden Temperaturen

Der gestrige Ruhetag hat seinen Namen verdient. Wir sind wieder radbereit, auch wenn die heutige Etappen dem einen oder der anderen Sorgenfalten auf die Stirn schreibt. 129 Kilometer und 1.100 Höhenmeter bergauf sind angesagt, dazu ein paar nicht-asphaltierte Stellen und ein paar Steigungen jenseits der 15 Prozent.

Das stellt sich alles halb so wild heraus. Zweimal können wir abkürzen, die Straße ist zwar an einigen Stellen im Bau, aber deutlich mehr asphaltiert als gedacht. Und der Wind meint es auch relativ gut mit uns. Zudem kommen heute auch Emus zu unserer Tierbeobachtungsliste hinzu.

Alles in allem ein guter Tag, auch wenn wir recht müde in Huskisson einrollen.

Zur Belohnung gibt es zum Abendessen Steak vom heißen Stein zum Selbergrillen.

Lecker!

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High Noon – Ruhetag in Braidwood

Tag 392 der Radweltreise. Ruhetag in Braidwood.

Erste offiziell historische Stadt in New South Wales! Eine der wenigen noch erhaltenen originalen Stadtstrukturen in Australien!

Dienstags meistens geschlossen. Man könnte ein Remake von High Noon hier drehen. Mit dem Schönheitsfehler, dass es keinen Bahnhof mehr gibt.

Für einen Ruhetag aber ideal. Wir pflegen unsere müden Knochen und das eine oder andere mürbe Fahrradmaterial. Zumindest mein Gates Carbon Riemen war seit Berlin nicht mehr so sauber. 32.000 mit einem Riemen und das spezielle Ritzel noch so scharf, dass ich mir prompt den Finger daran aufgeschnitten habe. Danach noch Dusche mit Riemen und seitdem quietscht nichts mehr. Faszinierend!

Am Abend dann gemeinsames Pizzaessen mangels Alternative, aber ziemlich gut. Ehrfurcht vor der morgigen Etappe: 129 km und mehr als 1.100 Höhemeter bergauf (auch 1.800 bergab, aber die zählen nicht!). Die letzte wirkliche Herausforderung auf der Tour.

Wir sind gespannt!

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Auf dem Dach der Tour

Tag 391 der Radweltreise. 109 km vom Warren Farmstay nach Braidwood. Königsetappe mit viel Feldweg und Gegenwind

Gut, das richtige Dach der Tour war in China, auf über 3.000 Metern Höhe.

Aber für Australien haben wir heute das entsprechende Dach der Tour erreicht: Immerhin 1.260 Meter. Dazu noch mehr als 100 Kilometer, davon fast 50 km auf Feldwegen. Weniger als 10 Autos zählten wir auf den ersten zwei Dritteln der Etappe. Dafür aber ein halbes Dutzend frisch überfahrener Wombats und ebenso viele Kanguruhs. Und denken uns unseren Teil: Wer selbst für ein Gruppe Radfahrer nicht bremst, macht das nie und nimmer für ein paar Tiere, die es in Australien sowieso en masse gibt. Kenne ich aus meiner oberpfälzer Heimat: Umso dümmer die Bauern, desto dicker die Autos.

Roadkill nennt man das in der englischsprachigen Welt. Immer wieder traurig. Und ziemlich vermeidbar. Es sei denn, man muss einen Feldweg mit 100 km/h entlangbrausen. (s.o.)

Nach 60 Kilometern ist dann das Schlimmste vorbei, denken wir uns. Verspeisen die Reste der gestrigen Lammkeule, freuen uns auf die Abfahrt. Noch ein paar Kilometer Piste, dann aber nur noch tendenziell bergab!

Nun, es ist etwas zäh, weil der Wind von vorne kommt und die Gegensteigungen zwar nur jeweils ein gutes Dutzend Höhenmeter ausmachen, aber ziemlich nerven!

Wie auch immer, wir rollen rechtzeitig vor Sonnenuntergang – inzwischen mit 17:30 Uhr recht früh – in Braidwood ein und freuen uns auf den Ruhetag.


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Unsere kleine Farm

Tag 390 der Radweltreise. 40 km von Cooma zum Warren Farmstay

40 km, das klingt nach gemütlichem Radeln. Dementsprechend lassen wir uns Zeit. Gönnen uns ein ausgiebiges Frühstück. Kaufen im erstaunlich quirrligen Cooma Vorräte für die nächsten Tage. Genießen die Sonne.

Und haben dann doch ein gutes Stück Arbeit! Immerhin fast 1.000 Höhenmeter verstecken sich auf den 41 Kilometern. Nichts Spektakuläres, aber eben ein ewiges Auf-und-Ab. Landschaftlich durchaus gewinnend. Aber nur in Teilen vergnügungssteuerpflichtig!

Umso überraschend der „Farmstay“, von mir in aller Vorsicht als „etwas einfach“ angekündigt.

Zur Begrüßung gibt es erst einmal eine gemischte Käse-Wurst-Platte, die für mehr als 10 Personen gereicht hätte. Die gönnen wir uns zusammen mit dem Schmutzbier, während die Sonne langsam hinter den grünen Hügeln verschwindet.

Dann wird der Kamin angefeuert und das Abendessen kredenzt: Lammkeule aus eigener Zucht, Salat, Kartoffelauflauf, Bohnen und als Nachtisch Griespudding mit Eis und Sahne.

Dann noch die Milchstraße, eiskalt am Abend und dennoch ziemlich spektakulär.

„Gute Nacht, Elly!“

„Gute Nacht, Michael!“

„Gute Nacht, Andrew!“

„Gute Nacht, Volker!“

„Gute Nacht, HaJü!“

„Gute Nacht, Jutta!“

„Gute Nacht, Manfred!“

„Gute Nacht, alle!“, sagte Wendy, unsere Gastgeberin


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Auf dem Kuhdamm nach Cooma

Tag 389 der Radweltreise. 89 km von Bombala nach Cooma

Manchmal reicht auch ein Video als Blogeintrag. Tolles Licht, tolle Stimmung und viele, viele Kühe!


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