Ausruhen im Fischerdorf am Ufer des Baikal

Bilderbuch vom Ruhetag am 110. Reisetag in Possolskoje (Посольское), sonnig und warm mit frischer Meeresbrise

Das Fischerdorf Possolskoje wurde 1652 gegründet und liegt direkt am Baikal im Kabansker Rayon (Каба́нский райо́н; Burjatisch: Хабаансхын аймаг). Dieser ist 13.470 Quadratkilometer groß und hat ca. 60.000 Einwohner. In Possolskoje leben etwa 800 Menschen.
Es gibt eine Schule, einen Kindergarten, ein Kulturhaus, ein Ambulatorium für die medizinische Versorgung, eine Poststelle und hier ist auch die wirtschaftliche Adminstration der Siedlung (администрация сельского поселения) sowie der Absatzgenossenschaft der Kabansker Fischfabrik (СПК „Рыболовецкая артель“ Кабанский рыбозавод)

Die Grenzen zur Mongolei und zu China sind nicht weit entfernt, so daß es auch im 16./17. Jahrhundert für die Bewohner immer wieder neue Herrscher und Konflikte gab. Seinen Namen verdankt Possolskoje den 1651 hier gelandeten Botschaftern (posol) des russischen Zaren. Die „Botschafter“ waren unterwegs, um Steuern von der Bevölkerung einzutreiben. Das Schiff, mit dem sie hier landeten, war folglich voll Gold, das ein Geschenk für die Mongolei war, um Brücken zwischen Russland und der Mongolei zu schaffen. Davon wollten sich die damals schon hier lebenden Burjaten und Mongolen einen Teil holen.
Sie töteten 8 der „Botschafter“, darunter einen der Anführer, während die anderen mit dem Schiff entkamen.
Zu Ihrem Gedenken wurde hier zunächst eine kleine Kapelle und danach die mittlerweile älteste orthodoxe Kirche in Transbaikalien errichtet. An der Kapelle erinnern 7 hölzerne und ein Steinkreuz an die getöteten „Botschafter“.
Dominierendes Bauwerk im Dorf ist ein großes orthodoxes Männerkloster direkt am Ufer. Zwischendurch war es auch Kloster für Nonnen. Es wird seit 18 Jahren vor allem mit Spenden rekonstruiert und neu aufgebaut. Die Mönche lebten früher von Ackerbau und Viehzucht, die Nonnen hatten sich auf die Herstellung von Kerzen spezialisiert.
Wir dürfen das Kloster besuchen und erfahren bei einer Führung durch Olga viel interessantes.

Wir wohnen unmittelbar gegenüber im komfortabel eingerichteten „Gästehaus am Baikal ‚Sofia'“.
Ein wunderbares Plätzchen zum Übernachten, Ausruhen und zum genießen malerischer Sonnenuntergänge.

Possolskoe liegt nicht nur direkt am Baikal, sondern auch am Südwestende des Selenga-Deltas.
Die ursprünglich im Reiseplan vorgesehenen Höhepunkte („… Fahrt mit kleinen Motorbooten durch die Flussarme und … Gastfreundschaft der Wärter des ältesten Leuchtturms des Baikals … und das Wandeln … auf einer Sandbank 2 cm hoch über dem Wasser des Heiligen Meeres.“) waren leider vom Tagesprogramm gestrichen worden. 🙁
Olga, Karin B., Gerhard und Viktor machen mit dem Bus einen Kurzausflug zum Selenga-Delta und Viktor konnte endlich auch mal ein längeres Stück radeln.
Gerhard hat dazu Fotos beigesteuert. Danke.
Alle anderen genießen den sonnigen Tag beim Bummel durch das Dorf, am Strand, im See und auf der Terrasse.

Zum Abendessen sitzen wir zum dritten Mal im Kafe „Omuljok“,das schon so etwas wie unser Stammlokal in Possolskoje geworden ist.

Den Tag beschließen wir gemeinsam am Baikalsee mit leckerem heißgeräucherten Omul und lokalem Bier.
Die Kräfte des ältesten und größten Sees der Erde werden uns auf den weiteren Radelwegen stärken.

Fischerdorf-Bilderbuch auf:





Ein Kommentar:

  1. Hi Peter, der Tagesausflug war von uns durchaus geplant und angefragt worden, ging aber wohl auf dem weiteren Weg von Berlin Neukölln über Berlin Kreuzberg nach Irkutsk verloren. Als uns heute die Nachricht davon erreichte und wir das OK gaben war es leider schon zu spät. Sorry dafür, ihr habt ein Abendessen in China bei uns gut!

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