Runter an den Yangzi sollte sich eigentlich anders anfühlen

Tag 169 der Weltreise: 98 km Fahrt von Wuxi nach Fengjie mit 1929 Höhenmetern bei bedecktem Himmel und einigen Sonnenstrahlen

In den meisten Fällen wurde uns bei heftigen Anstiegen vorher eine kleine Warmradelphase gegönnt. Nicht so heute. Wir waren noch nicht mal aus der Kleinstadt Wuxi heraus, da fing bereits die Steigung an. Und zwar hatten wir gleich zu beginn die längste der heutigen Steigungen. Auf 16 km kamen 850 Höhenmeter in einem Rutsch. Und das gleich nach dem Frühstück. Das war hart.

Nach einer kurzen Abfahrt von etwa 350 Höhenmetern kam der zweite Anstieg von 250 Höhenmetern auf 6 km und im späteren Verlauf der Strecke hatten wir noch weitere 4 Anstiege zu bewältigen, so dass wir auf 1929 Höhenmeter kumuliert an diesem Tag kamen.

Auf dem ersten Pass mussten wir feststellen, dass bei Reinold eine Speiche gebrochen war. Das Ersatzrad war leider mit dem Begleitbus vorausgefahren um das Gepäck ins Hotel zu bringen und leer wieder zurück zu kommen um mehr Platz zu haben, falls jemand in den Bus steigen müsste. Da wir nun das Hinterrad von Reinold nicht wechseln konnten, fuhr er kurzerhand mit Rudis Rad weiter und Rudi setzte sich ins Begleitfahrzeug. Das tat Rudis lädiertem Knie sicher gut, diese Etappe nicht fahren zu müssen.

Von den Bergrücken, über die wir uns schlängelten, konnten wir irgendwann den Meixi-Fluss sehen. Dieser mündet dann bei Fengjie in den Yangzi. Von da an wussten wir, dass das Ziel nicht mehr fern ist. Im Grunde fuhren wir ja eigentlich runter zum Yangzi, nur, dass es sich überhaupt nicht so anfühlte. So viel bergauf waren wir nur selten gefahren. Kurz vor dem Ort ging es dann aber doch noch den ein oder anderen Höhenmeter nach oben und die letzten 10 Km war die Straße so kaputt, dass es die reinste Rütteltour wurde und zwar für Fahrräder und Autos gleichermaßen. Im Hotel angekommen hatten wir uns unser Schmutzbier redlich verdient.

Im Drei-Provinzen-Eck

Tag 168 der Weltreise: 97 km Fahrt von Zhenping nach Wuxi bei kühlen Temperaturen, bedecktem Himmel und einigen Regenschauern

Als wir starteten war es noch trocken. Aber das änderte sich. Leider mitten am Berg, als wir uns den 11 km langen Aufstieg hinauf kämpften. Den Berg hinauf fuhren wir ein Stückchen durch die Provinz Hubei. Gestartet waren wir in Shaanxi und auf dem Pass überquerten wir die Grenze von Hubei nach Chongqing, die mit 30 Millionen Einwohnern inzwischen größte Stadt Chinas. Three in one, eine Radtour, drei Provinzen und alles an einem Tag! Das muss uns erst mal einer nachmachen!

Die Abfahrt war der Wahnsinn. Die Landschaft war sehr schön und durch die tief hängenden Wolken sehr mystisch anmutend. Man hätte im Grunde alle paar hundert Meter anhalten können um ein Foto zu machen aber man wollte ungern die Fahrt abbremsen. So rauschten wir etwa 30 Kilometer bergab. Kurz nach der Abfahrt kehrten wir ein für eine Nudelsuppe, die heute ausgesprochen lecker war.

Der Rest der Strecke war ein stetiges Auf und Ab, das aber tendenziell bergab ging. Kurz vor unserem Ziel war eine Brücke auf unserer Strecke abgerissen worden, so dass wir eine Alternativ-Strecke fahren mussten. Es ging durch einen Tunnel und nochmal einen kurzen aber knackigen Anstieg hinauf bevor wir hinab in den Ort und zum Hotel rollten.

Jede Menge Beziehungen nur nicht zu Petrus

Tag 167 der Weltreise: 108 km Fahrt von Pingli nach Zhenping bei Regen

Der Quoten-Regentag von gestern scheint sich zu einem Dauerzustand auszuwachsen. Als ich heute morgen aus dem Fenster schaue regnet es noch immer. Nach dem Frühstück regnet es noch immer. Wir steigen auf die Räder und es regnet noch immer. Der Regen ist nicht stark, aber es nieselt unablässig.

Alle radeln mit und anfangs fühlt es sich eigentlich gar nicht so schlimm an. Durch den permanenten Anstieg ist einem warm, und als der Pass richtig los geht wird einem noch etwas wärmer, so dass der Regen fast eine erfrischende Wirkung hat. Am Pass oben passieren wir noch einen Tunnel und dann geht es rasant bergab. Hier rächt sich nun, dass wir doch ziemlich durchnässt den Pass hinauf gefahren sind. Bei der Abfahrt wird es barbarisch kalt. Die Gliedmaßen sind dermaßen kalt und steif, dass man kaum die Bremsen betätigen kann. Als wir nach rund 10 km Abfahrt ein Restaurant erreichen, bin ich so durchgefroren in den nassen Klamotten, dass ich am ganzen Leib zittere. Da bin ich allerdings nicht der einzige.

Die gebratenen Nudeln spenden wieder ein wenig Wärme und im Restaurant haben sie für uns Heizstrahler und Kohleöfen angefacht. Rudi und ich kauften uns in einem Laden im Ort trockene, todschicke Pullover um einigermaßen wieder warm zu werden. Den Rest erledigte der heiße Tee.

Nach dem Mittagessen ging die Abfahrt noch eine Weile weiter. Aber drei von uns stiegen in den Bus, da sie die nasse Kälte nicht länger ertrugen. Der Rest fuhr bis zum Ende durch. Die letzten 40 km waren wieder ein überwiegendes Bergauf mit ein paar Entspannungsmomenten, in denen es ein wenig abwärts ging. Zhenping, unser Zielort, entpuppte sich als ein zwar recht kleiner Ort (rund 60.000 Einwohner) aber erstaunlich belebt.

Das Abendessen hatte auch wieder eine skurrile Begebenheit. Die Polizistin, die ins Hotel kam um unsere Passe und Visa zu kontrollieren, hatte einen Restauranttipp für uns. Um sicher zu gehen dass wir es auch finden führte sie uns auch gleich hin. Und in der Tat hätte ich dieses Restaurant sicher nicht gefunden. Später nahm die Polizistin sogar höchst persönlich die Bestellung auf bevor sie sich verabschiedete. Die Chefin des Restaurants war höchstwahrscheinlich ihre Mutter oder zumindest eine Tante. So läuft das in China. Beziehungen sind alles.

Ein Quoten-Regentag

Tag 166 der Weltreise: 83 km Fahrt von Ankang nach Pingli bei Regen

Regen hatten wir ja schon lange nicht mehr, aber heute war’s mal wieder so weit. Aber seit Datong vor rund 4 Wochen den zweiten Regentag ist eigentlich ein ziemlich guter Schnitt. Und der Regen war heute auch gar nicht so schlimm. Kurz nachdem wir abgefahren und gerade aus der Stadt heraus waren, fing es an zu nieseln. Es war so wenig, dass man überlegen musste, ob man sich den Stress antat die Regenjacke aus der Satteltasche zu kramen.

Zwischenzeitlich hörte es wieder auf zu regnen und wir konnten vom Fahrtwind getrocknet den Großteil der Strecke zurücklegen. Es warteten 3 Pässe auf uns, die alle aber auch überschaubar waren. Da hatten wir schon Schlimmeres überwunden und Schlimmeres wird auch noch auf uns zukommen. Beim dritten Anstieg fing es dann nochmal an zu regnen, diesmal aber etwas stärker, damit sich das Mitschleppen der Regenklamotten wenigstens gelohnt hat. Außerdem sähe eine Radtour von solcher Länge ohne Regentage irgendwie unglaubwürdig aus. Es muss einfach den ein oder anderen Regentag geben, allein der Quote halber.

Kurz vor Ende der Etappe fanden wir denn auch ein Restaurant, in dem wir zu Mittag essen konnten. Einkehrmöglichkeiten waren auf der heutigen Etappe leider Mangelware. Das Restaurant machte uns die Essensauswahl leicht, denn es gab nichts anderes als Jiaozi (Maultaschen). Die waren aber auf jeden Fall lecker. Unser Hotel lag dann schließlich inmitten von Teeplantagen. Das nutzten wir nach einer kurzen Pause um uns frisch zu machen denn auch aus um uns bei einem Tee-Erzeuger im Dorf eine kleine Teezeremonie zu gönnen. Frei nach dem Motto: Nicht abwarten, Tee trinken!

Unsere Reiseleiter – Andreas Kraus

Mein Name ist Andreas Kraus, Jahrgang 1967, geboren in Mainz, aufgewachsen in Koblenz und mittlerweile wohnhaft in Berlin.

Ich gehöre seit 2006 zum China By Bike Team und bin dort, abgesehen von den Reiseleitungen, hauptsächlich im Büro tätig.

Mein Studium der Sinologie habe ich in Trier und in Shanghai absolviert. Ein halbes Jahr habe ich zudem in Hangzhou als Deutschlehrer an der Zhejiang University verbracht.

Trotz der vielen Reiseleitungen, die ich bisher absolviert habe, ist der Teil Chinas, den ich im Rahmen der Weltreise von Datong bis nach Chongqing betreue, absolutes Neuland für mich. Das macht es natürlich um so spannender für mich. Es ist faszinierend, dass man trotz jahrelanger Reiseerfahrung immer wieder neue Gegenden in China entdecken kann.

Die Radweltreise leite ich seit Datong und werde sie noch bis Chongqing begleiten.

Durch die Wüste

Tag 164 der Weltreise: 108 km Fahrt von Shuhe nach Ankang bei bedecktem Himmel

Die Abfahrt aus Shuhe war noch so wie wir uns das vorstellten. Auf gut asphaltierter Straße aus dem Ort hinaus und direkt am Han-Fluss entlang durch reizvolle Landschaft. Die Strecke war leicht hügelig, es rollte eigentlich ganz gut.

Ein gutes Stück vor Xunyang, das etwa auf der Hälfte der Strecke liegt, ging es dann los mit einer Baustelle, die uns für die nächsten mehr als 40 km nicht mehr loslassen sollte. Die Baustelle reichte bis kurz vor Ankang. Es wird dort die Straße anscheinend neu gemacht und bei dieser Gelegenheit verbreitert. Überall war der Hang ein gutes Stück weggerissen und wurde teilweise befestigt. Wir holperten über die rumpelige Strecke und der Staub, den die LKWs aufwirbelten, hüllte uns ein. Ich war froh, dass ich die Staubmaske, die wir für die Durchquerung des Kohlegebiets angeschafft hatten, noch aufgehoben hatte. So muss es sich anfühlen durch die Wüste zu fahren. Heißes Klima und überall nur Staub.

In Ankang angekommen waren wir von oben bis unten verstaubt. Die Farbe der Räder war unter dem Dreck kaum noch zu erkennen und einige der Räder waren durch das stetige durchrütteln auf der Holperpiste reparaturbedürftig. Glücklicherweise ist morgen ein Ruhetag in Ankang, an dem wir die Räder warten können.

Shaanxi, Hubei und zurück

Tag 163 der Weltreise: 97 km Fahrt von Manchuan nach Shuhe bei bedecktem Himmel.

Der heutige Tag startete angenehm sanft hügelig. Nach 20 km hatten wir die erste etwas länger Steigung von etwa 6 km. Die Abfahrt hätte wie immer länger sein können und wir mussten uns bereits viel zu früh wieder in die Höhe schrauben. Allerdings sehr gemächlich wie am Anfang. Die letzten 5 Kilometer waren dann wieder eine kräftigere Steigung am Stück. Die Landschaft war wie die Tage zuvor wild romantisch. Jede Menge zerklüftete Felswände zu beiden Seiten.

Nach der ersten Steigung schlichen wir uns ein kleines Stück in die Provinz Hubei rein. Dort aßen wir in einen kleinen Ort zu Mittag und fuhren dann auf einer kleinen landwirtschaftlichen Nebenstraße bis nach Hubei, das wieder in Shaanxi liegt. Auf der Straße wurde kräftig gebaut und Teilabschnitte waren sehr geröllig und matschig aber auch diese Strecke war sehr reizvoll. Vorbei an Feldern und kleinen Dörfern konnten wir das authentische ländliche China aus nächster Nähe betrachten.

In Shuhe wohnten wir in einem kleinen Hotel im chinesischen Stil. Shuhe hat auch einen kleinen Altstadtteil in dem unser Hotel liegt. Das Abendessen war ebenfalls in der Altstadt in einem kleinen Restaurant mit Außenbewirtung. Der Wirt gab sich wirklich Mühe uns zufrieden zu stellen. Leider wurde der Reis einfach nicht fertig. Erst gegen Ende unserer Mahlzeit wurde er dann aufgetischt. Eigentlich sehr chinesisch, aber wir hätten ihn dann doch gerne zu den anderen Speisen dazu gehabt. Wir wirkten nicht sehr glücklich darüber, deshalb spendierte der Wirt noch ein weiteres Gericht und mehrere Runden Schnaps. Und es funktionierte: Wir konnten ihm nun einfach nicht mehr böse sein ….

Shaanxis schöne Berglandschaften

Tag 162 der Weltreise: 95 km Fahrt von Shanyang nach Manchuan bei strahlendem Sonnenschein

Das Frühstück mussten wir heute außer Haus einnehmen, denn das Hotel hatte kein Restaurant. So gingen wir einmal um die Ecke und fanden ein Restaurant, das Teigfladen mit Gemüsefüllung machte. Dazu gab es Töpfe mit eingelegtem Gemüse und Sojamilch. Das war lecker und machte uns alle satt und wir bezahlten ganze 4 Yuan pro Person, umgerechnete etwa 50 Cent. Unglaublich!

Die heutige Strecke war landschaftlich wieder grandios. Schon seit geraumer Zeit radeln wir durch die wunderschöne Berglandschaft Shaanxis, einer Provinz, die man eigentlich nur durch Xi’an und seine Terrakotta-Armee kennt. Wie schön der Rest der Provinz ist, wissen wahrscheinlich die wenigsten.

Heute ging es immer entlang des Matan- und des Jia-Flusses, zu beiden Seiten steile Felswände und bis Kilometer 65 fast ausschließlich leicht bergab. So macht Radeln Spaß. Kurz vor der längeren Steigung aßen wir zu Mittag und machten uns dann wohl genährt an den Aufstieg. Etwa 500 Höhenmeter mussten wir uns in 6 km hinaufschrauben. Auf der Passhöhe war ein kleiner Pavillon den wir in Beschlag nahmen und eine Melone schlachteten. Das ist immer wieder eine willkommene Radlererfrischung. Anschließend ging es wieder bergab. Erst steil, dann gemächlicher. 25 km später kamen wir in Manchuan in unserem Hotel an.

Manchuan hat eine neue Altstadt, die anscheinend Touristen anlocken soll. Der Plan scheint noch nicht ganz aufgegangen zu sein, denn wir waren offensichtlich die einzigen Touristen, die heute hier einfielen. Das merkten wir auch beim Abendessen. Das Restaurant, das wir uns fürs Abendessen aussuchten, musste erst einmal die Küche anschmeißen und alles von Null an vorbereiten. Aber das nimmt man lieber in Kauf als wenn es zu überlaufen wäre.


Ginger und Fred

Tag 161 der Weltreise: 61 km Fahrt von Shangluo nach Shanyang bei strahlendem Sonnenschein.

Heute ließen wir uns ein wenig Zeit mit der Abfahrt, denn gestern war es für uns recht spät geworden. Wir frühstückten gemütlich bis um 09:00 Uhr und fuhren dann um 09:30 Uhr los. Die ersten 10 Kilometer waren flach. Dann begann eine leichte Steigung. An einer Stelle war die Straße komplett gesperrt aber Fahrräder und Mopeds konnten passieren. Unsere Begleitfahrzeuge mussten sich einen neuen Weg suchen und wieder zu uns stoßen.

Die Straße wurde nun etwas steiler und schraubte sich in Serpentinen den Berg hinauf. In einem Dorf, in dem Markt war, stieß dann auch unser Begleitfahrzeug wieder zu uns. Als wir nach rund 500 Höhenmetern den Pass erreicht hatten, ging es dann für etwa 30 km bergab. Das machte mächtig Spaß. Das Hotel erreichten wir gegen 14:30 Uhr. Nach einer kurzen Pause gingen wir eine Kleinigkeit essen, der Rest des Nachmittags war frei.

Am Abend trafen wir uns wieder zum Abendessen. Direkt hinter dem Hotel war ein etwas besseres Restaurant, wo wir einen riesigen Tisch für 16 Leute bekamen. Das hatten wir noch nie. Die riesige Drehplatte in der Mitte hatte einen Motor und lief automatisch permanent rund. Da wir ausreichend konsumierten, spendierte uns das Restaurant eine Flasche Schnaps. Auch das hatten wir noch nie. Für die meisten in der Gruppe war das die erste chinesische Schnapserfahrung.

Nach den Abendessen suchten wir noch den Tanzplatz auf. In den meisten Städten Chinas gibt es irgendwo einen Platz, auf dem am Abend getanzt wird. Entweder Gruppentänze im Kollektiv oder Paartanz. Als sich Reinold und Karin mit jeweils chinesischen Tanzpartnern ins Getümmel stürzten war die Sensation perfekt. Die gesamte Zuschauermenge umringten die beiden und bestaunte die ausländischen Meistertänzer. Selbst Fred Astaire und Ginger Rogers hätten keinen größeren Auflauf verursachen können. Auch der Rest der Gruppe konnte sich vor neugierigen Einheimischen kaum retten. Ausländer sieht man hier halt nur alle Schaltjahre mal.


Irrfahrt ins Dunkel

Tag 160 der Weltreise: 144 km Fahrt von Xi’an nach Shangluo mit über 1400 Höhenmetern bei strahlendem Sonnenschein.

Wir haben in Xi’an Zuwachs bekommen und ein liebes Mitglied der Gruppe hat sich verabschiedet. Karin reiste heute ab und zwei Tage zuvor waren fünf neue Teilnehmer angekommen und ein Hospitant der uns ab Xi’an unterstützt.

Wir planten ursprünglich um 08:00 Uhr abzufahren, denn unsere Etappe heute versprach 126 km und 1833 Höhenmeter Anstieg. Das Problem begann schon beim Frühstück. Das Restaurant war so langsam, dass wir erst um 08:20 Uhr mit dem Frühstück fertig waren. Dann zurück ins Hotel und die üblichen Verrichtungen erledigen, die Koffer zum Gepäckwagen bringen, die Räder hinunter bringen, denn die waren in unserem Stockwerk gelagert. Bis dann alles zu den beide Autos gebracht war, die Fahrräder fertig gemacht, das Gruppenfoto geschossen und wir abfahrbereit waren schlug die Uhr bereits kurz nach Neun.

Kaum dass wir aus der Stadt heraus waren, fing auch schon die erste Steigung an. Wir hatten sie noch nicht ganz hinter uns, da hatten wir den ersten Platten. Die Strecke endete plötzlich im Nichts und wir waren zu einem Umweg gezwungen. Kurze Zeit später ereilte uns der zweit Platten. An einer Abfahrt verpassten wie zu allem Überfluss noch eine unscheinbare Abfahrt und mussten wieder zurück den Berg hinauf. Die Wege die wir fuhren, waren so klein und eng, dass uns unser Begleitfahrzeug gar nicht hätte folgen können, hätte der Fahrer überhaupt gewusst wo wir sind. Das Begleitfahrzeug fand uns erst beim Mittagessen nach mehreren Telefonaten.

Hatte das finden so lange gedauert, gelang ihm das Verlieren dafür um so schneller. Nach dem Essen fuhren wir auch wieder eine Strecke über kleine Gassen, durch Baustellenabsperrungen und standen abrupt vor einer Sackgasse. Wir kamen nicht weiter und entschlossen uns auf die einige Kilometer entfernte Bundesstraße G312 zu fahren und diese durchzufahren bis Shangluo. Diese Entscheidung sparte uns etwa 400 Höhenmeter, aber dafür fuhren wir etwa 20 km Umweg. Die Bundesstraße führte durch ein Tal, das eine grandiose Aussicht bot.

Das Resultat dieser Umwege und Verspätungen war, dass wir erst gegen 21:00 Uhr im Hotel waren und die Reststrecke in der Dunkelheit hinter uns brachten. Und die meisten unserer Räder hatten, wie in China üblich, kein Licht. Schließlich kamen aber alle unbeschadet im Hotel an. Kurz vor dem Ziel fuhren die beiden Begleitautos vor und hinter uns und Leuchteten uns den Weg. Drei Leute waren zwischendurch ins Begleitfahrzeug gestiegen aber der Rest fuhr mit einem Wahnsinnstempo durch, denn alle hatten große Angst mit dem Rad in die Dunkelheit zu kommen. Die holte uns aber schließlich dennoch ein.