Nach Ubud

353. Radweltreisetag, erst schön und heiss, nach der Ankunft Regen

Bei Tag ist die Unterkunft Above the Clouds noch hübscher. Eigentlich eine kurze Route, doch fahren wir noch zu den Jatiluwih Reisterrassen, und wenn man sich eine Karte von Bali ansieht, erkennt man, dass es kaum Ost – West Verbindungsstraßen hat, und wenn, jene immer wieder von Flussläufen durchquert werden.

Als erstes fahren wir etwas hinunter aber bald verlassen wir die Straße und sind in den Reisterassen und in Bambuswäldern. Die Straßen sind zwar geteert oder betoniert, aber in der Regenzeit wie jetzt sind viele Straßen abwärts viel zu rutschig um befahren zu werden. Also schieben wir uns durch die Landschaft. 

Nach den Jatiluwih Reisterrassen fahren wir relativ direkt nach Ubud wo wir schockiert feststellen, dass wir soooo viele Touristen nicht mehr gewohnt sind.


The mists of Bedugul

352. Radweltreisetag, erst schön und heiss, darauf regen und am Schluss Nebel

Nur widerwillig verlassen wir unser Guesthouse am Meer, toller Garten, Pool, hübsch, Essen gut, Wein gut, Bier gut, alles gut. Aber wir schwingen uns auf unsere Räder und kommen sehr gut voran. Die ersten 20 km mit einem Schnitt von 20.9 km/h.

Bis Km 40 rollt’s auch sehr gut, doch dann wird es steil und die erste Rampe zwingt uns zu schieben. Nach der Hälfte der 20 Km Anstieg sind wir noch zu sechst auf den Rädern, ein Ausfall von über 50%. Es wir steiler und steiler, dann ist es unfahrbar, nur noch schieben und die Rampen werden länger und länger, eine ist über 3 Kilometer lang.

Um 14:00 Uhr bin ich oben. Die anderen, die mich abgehängt hatten, haben sich verfahren und erreichen den Pass kurze Zeit später. Während wir für die ersten 20 Km eine Stunde hatten, hatten wir für die hier vier Stunden.

Während des kurzen Mittagessens kommt Regen auf und bleibt als Nebel hängen. Während wir vor einer halben Stunde noch schwitzten, ist es uns jetzt klamm und kalt. Mit dem Bus fahren wir nach Bedugul und sehen uns auf dem Bratan See den Tempel im Nebel an. Der Nebel wird danach noch dichter, die Sicht ist kaum mehr als 10 Meter. Das Hotel Above the Clouds ist wunderschön, aber eher in the Clouds.

Bali wir kommen

351. Radweltreisetag, erst schön, denn bedeckt, tropisch warm

Angesichts dessen, dass wir am Meer waren und erst zwischen 20:00 und 21:00 im Hotel eincheckten, beschlossen wir, dass es erstens wenig Sinn macht um Mitternacht nach zwei Stunden Schlaf auf den Berg zu fahren und auch Grundsätzlich waren wir weder in Licin noch in Banyuwangi am Berg.

Ab Licin wären es 1.500 Höhenmeter, ab Banyuwangi 1.900 Höhenmeter gewesen, machte wirklich keinen Sinn mehr nochmals dort hinauf zu fahren. Besser endlich mal etwas mehr schlafen, heute wären es ja nur gut 40 Kilometer gewesen.

Ausschlafen war aber nicht, in Banyuwangi singen die Muezzine jeden Sonntag von 4:00 – 12:00 durch, vier Lautsprecher gerade vor unseren Fenstern. So unter dem Motto, der Sonntag hat im Islam zwar keine Bedeutung, aber den Christen, die den Sonntag haben, denen zeigen wir wer mehr Durchhaltevermögen hat, jeden Sonntag acht Stunden Dauersurensingen.

Trotzdem sind wir wie geplant gegen 10 losgefahren und problemlos nach Bali übergesetzt. Die 30 Kilometer in Bali waren angenehm, durch Wälder, Nationalparks, vorbei an Affenhorden, bis nach Pemuteran, wo wir in einem netten Homestay mit Pool übernachten.

Lieber hier als im Busch mit meinem Rad

350. Radweltreisetag, bedeckt, dann Sintflut, kalt!

Aber zuerst der Reihe nach: Die Ausfahrt aus Bondowoso habe wir schnell hinter uns und bald sind wir wieder in den Reisfeldern am steigen. Anfangs steigt es gemächlich an, aber mit jedem Kilometer wird es steiler.

Die Vegetation ändert sich die Reisfelder werden durch Wald und Kaffeeplantagen abgelöst. Unterwegs fallen auch die Moscheen auf mit ihren Mosaiktürmchen. Die Route ist ziemlich genau geradeaus bergauf ohne viel Serpentinen in die Ijen Caldera und auf der anderen Seite wieder aus dem Krater heraus bis zum Dorf Licin.

Bei den letzten 150 Höhenmeter vor dem ersten Pass werde ich vom Regen überrascht. Eigentlich wollte ich wenigsten den ersten Pass radeln, aber der Regen zwang mich in den Truck.

Von den Hängen der Caldera hat man einen gewaltigen Ausblick auf die verschiedenen Vulkane. Im Talkessel hat es ein kleines Dorf mit Unterkünften und kleinen Warungs (einfachste Restaurants). Jetzt geht es nochmals 600 Meter hoch, aber meine Batterien sind für weitere Schiebe-Rampen aufgebraucht, von 13 Radlern trauen sich vier die letzten 600 Höhenmeter zu.

Unterwegs zum Pass beginnt es zu schütten und wir erreichen den Pass im Starkregen. Raus aus dem Bus und ins Kaffee und heißen Tee bestellen. Die Fahrzeuge schicken wir nach unten um die vier Radler zu retten. Die Radler lassen sich aber nicht retten, sie sind bereits tropfnass, da kommt es auch nicht mehr drauf an, sie wollen den Aufstieg mit dem Rad machen.

Hier auf 1.900 Meter auf dem Pass, ab hier würde die Wanderung zum Ijen Vulkan beginnen. Kurz vor 17Uhr erreichen die Radler den 2. Pass. Wir versorgen sie mit heißem Tee und Keksen. Kurz darauf bricht aber schon die Dämmerung ein, der Regen hat aufgehört, ich überlege mir hinunter nach Licin zu radeln, kann aber keinen Mitradler motivieren.

Bald bin ich bei Gott froh, dass ich im Bus bin und nicht auf dem Rad. Die Strecke ist zugegeben wunderschön, sowohl auf -wie abwärts. Die Straße ist oft so steil, dass mein Rad abwärts geschoben werden müsste (Felgen würden zu heiß, bis der Schlauch schmilzt), zusätzlich ist es noch rutschig, voller Schlaglöcher und es wird dunkler und dunkler.

Bei Dunkelheit kommen wir im Dorf an. 1.500 Meter Abstieg! Unterwegs sind wir viel weiter oben an verschiedenen Hotels vorbei gekommen, aber geplant ist in einem Homestay am Berg zu übernachten. Nur ist der Homestay nicht am Berg, sondern ein Vorort von Banyuwangi. Zimmer hat es dann aber nicht genug und uns wird angeboten fünf Zimmer in Licin und die weiter etwas weiter unten. Wir nehmen den Bus und fahren immer weiter hinunter.

Die paar Minuten werden zu 20, ich sehe das Ortsschild von Banyuwangi, wir sind am Meer und nicht auf dem Berg. Leider kommt es schlimmer. Hier werden uns zu fünft drei Zimmer mit Doppelbetten angeboten. In einem Ort wo es jede Menge Hotels hat.

Zu diesem Zeitpunkt ziehe ich die Reißleine und stoppe die Übung, in 15 Minuten finden wir ein Mittelklassehotel, das 10 Zimmer hat und in weiteren fünf Minuten sind wir dort. Ich schicke den Bus hoch nach Licin um die anderen Gäste zu holen, welche erleichtert ein weiteres Mal einpacken. Eine Gute halbe Stunde später sind alle erleichtert im Hotel beim Essen und Bier.

Enten & Makaken – Rudel

349. Radweltreisetag, bedeckt & trocken

Der Guide (Gatot) aus Jakarta verlässt uns leider heute, er wird von einem Guide (Rici) aus Bali ersetzt. Nach einem lausigen Frühstück fahren wir los und bleiben noch für ein paar Kilometer auf dem Jakarta – Bali Highway. Bald aber verlassen wir den Highway und sofort wird es freundlicher. Wieder durch kleine Dörfer und Reisfelder.

Wir fahren an einem Entenrudel vorbei (sagt man das oder gibt es ein besseres Wort?) und bald erreichen wir den heutigen Anstieg. Der Anstieg führt uns in einen hübschen Wald wo wir auf einen Rudel Makaken treffen (Hier stimmt es sicher, aber leider keine Bilder). Es ist Freitag kurz vor Mittag, also rufen die Muezzins überall zum Freitagsgebet.

Nach dem ersten Pass folgt ein zweiter der nur unwesentlich höher ist. Eine zünftige  Abfahrt  führt uns nach Bodowoso fast bis ins Hotel . Das Hotel hat ein Pool und Bier hat’s auch, damit gab’s heute sogar Schmutzbier. Volker meinte übrigens noch, die Straße sei nervig, uns hat der Weg aber gefallen.


Vom Bromo nach Pation ans Meer

348. Radweltreisetag, erst kühl, dann warm, wieder heiß und Regen zum Abschluss

Der Sonnenaufgang ist durch die Wolken ins Wasser gefallen, aber die spektakuläre Anfahrt durch das Sandmeer und gestern der Spaziergang zum Bromo hat uns mehr als entschädigt dafür. Die Eruptionen sind stärker geworden über Nacht. Jetzt kommt der Ascheregen schon über die äußere Kaldera hinaus also. Die ersten 5 Kilometer reichen und wir haben alle Vulkansommersprossen.

Der erste Teil der Abfahrt ist Steil bis sehr steil. Jene ohne Scheibenbremsen schieben ihr Rad hinunter. Nach ca. 2 Kilometer wird es Fahrbar. Durch die fruchtbare Vulkanerde wird selbst bei steilstem Gelände fast jeder Meter für den Gemüseanbau genutzt.

Nach 30 km haben wir den Sockel des Vulkans erreicht und wir fahren durch die Tiefebene zwischen Reisfeldern an unzähligen Kanälen entlang. Während am Bromo die einzigen Hindus Javas wohnen, die Tenggeresen und Kopftücher seltener waren, so ist die Dichte der Moscheen hier wieder größer. In fast jedem Dorf wird an mehreren Stellen für die Moschee gesammelt und zwar lautstark mit Megaphon am Straßenrand, wo man genötigt wird für die Moschee zu spenden, quasi akustische Wegelagerei.  Auch bin ich mir nicht sicher ob Doktor Muft die nötige Kompetenz hat in der Politik mitzuspielen, aber ich kann mich ja auch täuschen.

Nach 104 km kommen wir in unserem  Hotel an. Es ist nicht ganz klar, ist das jetzt eine Tankstelle mit Supermarkt, Kaffees und Beachresort oder ein Halal Strand Ressort für strenge Muslime. Im Ressort habe ich zwei Moscheen gesehen und fast alle Mädels brav den Kopf verschleiert. Meine rhetorische Nachfrage, ob ich ein Bier haben könnte löste beim Personal ganz kurz Schnappatmung aus. Eigentlich wollte ich nur testen wie die Reaktion ist. Wer böses denkt ist ein Schelm. Leider ist auch die Speisekarte etwas beschränkt. Dem Aufmerksamen Leser ist das  „fast alle Mädels“ sicher nicht entgangen, denn am Strand findet gerade ein Video Shooting für den neusten Videoclip eines indonesischen Popsternchens statt.


Mordor

347. Radweltreisetag, Schwefeldämpfe, Vulkanasche, und später Regen

Den Sonnenaufgang auf dem Bromo wollten wir auslassen, haben ihn aber dann aber doch mitbekommen, da die anderen Gäste nach 3 Uhr in der Früh einen Riesenradau veranstalteten. Nach dem Frühstück gingen wir dann gemütlich zum Bromo.

Wie geschätzt erreichten wir den Vulkan eine Gute Stunde Später. Bromo war immer noch aktiv. Immer wieder wurden wir gesprenkelt durch Vulkanasche. Die Luft roch nach Schwefelwasserstoff was einen brutalen Angriff auf unsere Nase war.

Lang hielten wir es nicht auf in dieser Hölle wie aus Herr der Ringe und verließen den Krater wieder. Unser Plan noch zum Viewpoint wurde durch den anschließenden Dauerregen vereitelt, endlich wieder mal Zeit Blog zu schreiben.

Zum Vulkan

346. Radweltreisetag, heiß, kühl, Nebel, nass, klar

Gestern Abend habe ich noch das Kampung Warna-Warni gesehen, was soviel wie Dorf der vielen Farben bedeutet. Nach dem Verkehrschaos von Malang geht es bald steil bergauf. Während die Vegetation anfangs noch aus Reisfeldern und Kokospalmen bestand, ändert sich das mit zunehmender Höhe zu Bergdschungel. Immer wieder zwingen uns Rampen zum Schieben.

Der Tag schreitet voran und schlussendlich schaffen nur 3 von 12 den Aufstieg auf 2.300 Meter 100% mit dem Rad. Hier auf 2.300 Meter merkt man nichts mehr von den Tropen und Hitze. Es nieselt, ist klamm und Nebel kommt auf. Nach einem schnellen Mittagessen (wieder Bakso) brechen wir auf, in die Bromo Tengger Caldera, ins Sandmeer. Unsere Begleitfahrzeuge müssen umkehren, sie dürfen uns nicht begleiten und müssen für die 12 km, die vor uns liegen, einen Umweg von 150 km machen.

Auf dem Bromo wachsen neben Engelstrompeten auch viel wilder Fenchel. Wir kommen erstaunlich gut voran, nur bei wenigen Stellen müssen wir schieben. Nach einer Stunde Fahrt erblicken wir den Bromo und sehen heftige Asche-Eruptionen.  Die Spuren davon sehen wir als schwarze kleine Punkte sehr bald auch auf unserer Bekleidung, Helmen, Gesicht, kurz überall. Fasziniert von dem Schauspiel bleiben wir eine Weile und geniessen das Spektakel.

Im Hotel ohne Gepäck (das ist unterwegs und kommt nicht vor 23:00 Uhr an) genießen wir Schmutzbier und ein leckeres Nachtessen. Nachdem unser Gepäck nach 23:00 Uhr angekommen ist treibt es mich nachts doch noch nach draußen in die sternklare Nacht zum Viewpoint, wo ich einige Bilder vom Bromo unter dem Sternenhimmel mache.

 

Blitar – Malang

345. Radweltreisetag, fast trocken, bergig

Viel Höhenmeter heute und auch nicht zu kurz. Schnell sind wir aus Blitar heraus und wieder fahren wir zwischen Reisfelder die Berge hoch. Es wird so ländlich, dass wir Schwierigkeiten haben etwas zu Mittag zu finden. Das Bakso (Nudelsuppe mit Fleischklößchen) ist aber lecker und es geht noch höher. Die Gegend hier auf über 1.300 Meter bei Malang ist berühmt für Äpfel (etwas sehr exotisches in Indonesien) und Gemüse.

Der Markt am Pass quillt über mit Früchten und Gemüse. Die Abfahrt nach Malang bleibt ab Batu urban mit viel Verkehr. Malang scheint sehr sympathisch, mit großen Bäumen und viel Grün, viel sympathischer als Jakarta wo es fast nur Beton hat. Das Restaurant Melati hat eine ausgezeichnete Indonesische Küche, die ausgestellte Kunst zeugt von einer Zeit in Indonesien, als die Frauen die Haare noch nicht verhüllen mussten.