Bike & Tempel

255. Weltreisetag, 91 km um Siem Reap von Tempel zu Tempel, heiß und überirdisch

Immerhin vier Radreisende konnten heute für den lohnenden Radausflug um Siem Reap gewonnen werden. Die anderen Reisenden nutzen den freien Tag für die Erholung. Kleine Landstraßen führen uns durch Reisfelder und verschlafene Dörfer, zu Palmzuckerproduzenten und sehenswerte Tempelkleinode …

Banteay Srei … die hinduistische Zitadelle der Schönheit. Seit über eintausend Jahren verziert mit feinsten Ornamenten, zart pink schimmernd, beschützt von Affen-, Löwen- und Geistergeschöpfen mit menschlicen Unterleiben, gewidmet den Hindugöttern Shiva, Brahma, Vishnu … eine Perle, eine Augenweide …

Neak Poan … die vier umgebenden Wasserbecken symbolisieren die Elemete Wasser, Feuer, Erde und Wind und das Bad in selbigen bringt die Elemente in das Gleichgewicht zurück und den Tempel den Beinamen ‚Hospital‘ ein.

Ta Nei … mein heutiger persönlicher Favorit. Aus dem 12. Jahrhundert und scheinbar erst vorgestern dem Dschungel entrissen, unsaniert, mystisch und fest umklammert, gefesselt und beschützt von wunderschönen Würgefeigen und Kapokbäumen.

 

Photographischer Nachschlag Siem Reap / 1

254. Weltreisetag, mehr Photos

 

Auf nach Siem Reap!

253. Weltreisetag, 186 km von Kampong Thnor nach Siem Reap, davon 80 km mit dem Rad, heiß doch bei Fahrtwind erträglich

Am Vormittag einer kleiner Umweg von 40 Kilometern durch landwirtschaftlich geprägte Landstriche und beschauliche Dörfer. Erneut bestimmt Reis, in allen Wachstumsstadien, unseren Tag. Gen Siem Reap, Ausgangspunkt für Exkursionen nach Ankhor Wat und Co., führt uns der Highway Nummer 6. Wir geben nochmal richtig Gas, da die nächsten Tage Fahrradtechnisch ruhiger ausfallen werden, verstauen dennoch nach 80 Kilometern die Räder im Truck.

In Siem Reap begrüßen wir Catherine und Heike, die bis Bangkok bzw. Singapur die Gruppe bereichern werde. Herzlich Willkommen!!!

Ländliches Kambodscha

252. Weltreisetag, 119 km von Kampong Cham nach Kampong Thnor, tropisch heißer Seitenwind

Wieder ein sehr abwechslungsreicher Tag auf dem Fahrrad …. Ruhige Nebenstraßen durch Kautschukplantagen und Reisfelder, hektische und laute Hauptstraßen, ein Affentempel in luftiger Höhe und der historische Wat Nokor unweit des Mekongs … Wie immer sind es die Begegnungen unterwegs, die in Erinnerung haften bleiben … einige Reisbauern, eine Näherin,tausende Schüler, Reisflockenproduzenten, ein Wasserbüffelzüchter, eine Hochzeitsgesellschaft, dutzende Bildhauer und Künstler…

HelloHelloHelloHelloHelloHelloHelloHello…

251. Weltreisetag, 121 km von Kratie nach Kampong Cham, Rückenwind, Wetter egal

Beim Briefing heute morgen, betretene Gesichter. Über 120 Kilometer, schwül warm und durchwachsene Straßenzustände sind angekündigt.  Die geradelten Pfade sind allerdings besser als erwartet, der Rest trifft zu. Trotzalledem ein großartiger Tag. Rückenwind schiebt uns stetig nach Südwesten und Landschaft und Eindrücke sind vielfältig.

Suor Sdei, geht den meisten von uns Radlern noch schwer über die Lippen. Hello, ist da einfacher. Das weiß auch die kambotschanische Bevölkerung, und schmettert uns den Gruß verbunden mit einem Lächeln und einer winkenden Handbewegung pausenlos entgegen. Die Freude ist ernst gemeint und animiert uns es ihnen gleich zu tun, bzw. ihnen zuvorzukommen. Oft überholen wir Schulkinder auf Fahrrädern oder schwer beladenen Motorräder und überraschen mit einem: `Hello, wie gehts?`, was heute zu interessanten Gesprächen, aber auch zu überstürzten Abbiegemanövern führte.

Die meisten der großen Religionen waren am heutigen Tag präsent. Da eine katholische Kirche, dort ruft der Muezzin (mit einer wunderbaren sonoren Stimme) zum Freitagsgebet und hunderte Menschen der ethnischen Minderheit der Cham , folgen und an der nächsten Ecke reinigt ein buddistischer Mönch den Torbogen zur üppigen Tempelanlage. Keine Ahnung wie sie zu ihren spitituellen Konkurenten stehen, aber scheinbar existieren die unterschiedlichsten Weltanschauungen in diesem Bereich der Erde friedlich nebeneinander. Muss am Klima liegen …

Wir radeln durch Reis- und Maisfelder, Mango- und Bananenplantagen und einem scheinbar endlosen Straßendorf. In Stung Trong überqueren wir mit einer Fähre letztmalig den Mekong., besuchen noch die Pagode Han Chey und lassen uns nach Kampong Chan unserem Tagesziel, mit 150.000 Einwohner die drittgrößte Stadt Kambotschas, ausrollen.

Fotomotive lungern hinter jeder Ecke. Leider, denke ich manchmal, denn während die Meute weiter kräftig in die Pedale tritt, falle ich jedesmal weit zurück und muss immer mal wieder ein Sprint einlegen, damit ich nicht verloren gehe. Damit sich dies gelohnt hat, fällt die heutige Photostrecke etwas umfangreicher aus … sorry.

 

Die Entdeckung der Langsamkeit

250. Weltreisetag, 161 km (davon 80 km im Bus) von Stung Treng nach Kratie, weiterhin schwül warm und gelegentlichen Gegenwind

Der Mekong, mittlerweile ein guter alter und vertrauter Bekannter, ist auch heute unser verlässlicher Begleiter über den Tag. Die unbefestigten flussnahen Pfade fahren sich sehr gut und wir bekommen einen ersten intensiven bunten Eindruck vom gemächlichen und entspannten Leben in Kambodscha … Sie führen uns durch eine Hochzeitsgesellschaft, die Mitten auf der Straße das Festzelt drapiert hat, durch die Gärten der Reis- und Gemüsebauern, durch die Werkstätten der Schmiede, die ohrenbetäubend ihre Hämmer schwingen, vorbei an Händlern, die am Straßenrand ihre Ernte feilbieten, schlichte Moscheen und farbenprächtige buddhistische Tempelanlagen, protzige Villenanlagen und Wellblechhütten am Flussufer, ungewöhnliche Tankstellen und wir teilen uns nun auch die Straßen mit sehr ungewöhnlichen und oft abenteuerlich überladenen Fahrzeugen.

Der Geräuschpegel schwangt heute durch alle Bereiche … vom Zirpen der Grillen in den Reisfeldern bis zu dem grellen Großstadtverkehr in unserem Tagesziel Kratie. Ruhe und totale Reizüberflutung wechseln sich permanent ab, manchmal innerhalb nur weniger Minuten. Die Begegnungen am Wegesrand sind herzlich, auch wenn wenn wir nur kurz anhalten um ans Gespräch zu kommen. Zunächst immer zurückhaltend, die Kinder manchmal gar verängstigt und kreischend davonlaufend, aber immer interessiert und neugierig. Es gab heute anstrengende Momente, aber die Freude in Kambodscha mit dem Rad unterwegs zu sein überwiegt.


Bye bye Laos, welcome Cambodia !

249. Weltreisetag, 90 km von Don Khon nach Stung Treng, heiß und staubig …

Nach einer kurzen Bootsfahrt haben wir wieder festen Boden unter den Rädern und besichtigen kurz darauf den letzten touristischen Höhepunkt im Süden Laos, vor der Grenze nach Kambotscha – die Khong Phapheng Mekong Wasserfälle. Der vorher träg dahinfließende Strom stürzt sich hier auf einigen Kilometern Breite bis zu 15 Meter in die Tiefe. Eine grandiose und ohrenbetäubende Abschiedsvorstellung. Es ist auch Zeit Abschied zu nehmen, von einem wunderbaren Radreiseland, von dem alle Mitreisenden positiv überrascht wurden, und von Mr. Kham und Toh, die uns für einen ganzen Monat begleitet haben. Verstohlen werden kleine Tränen aus den Augenwinkeln gewischt …

Wir blicken nach vorn auf ein neues spannendes Reiseland und in die strahlenden Gesichter unserer neuen Begleiter – Prie der lokale Guide, Chen und Brin die Fahrer des Busses und Trucks – die uns die nächsten Wochen durch ihre Heimat geleiten werden.

Es ist nicht Liebe auf den ersten Blick … noch schwelende brandgerodete Flächen, Plantagen soweit das Auge reicht, eine drückende schweißtreibende Hitze und Staub, aufgewirbelt von vorbeirasenden Kleinbussen, der in der Nase kitzelt und sich in dicken Schichten über Mensch und Material legt, begleiten uns die ersten Stunden im neuen Land. Die Begegnungen mit den Menschen nicht minder herzlicher als in Laos, im Gegenteil, Kinder jauchzen, hüpfen und schreien vor Freude wenn sie uns erblicken. Wir sind voller Vorfreude auf Kambodscha !


Ruhetag auf Don Khon

248. Welreisetag,  Nachtrag zum Bilderbucheintrag

Vielen Dank, Peter für die schon seit Monaten unermüdliche Gestaltung des Ruhetagbilderbuches. Ergänzend noch ein paar Photos …

M e k o n g und die 4000 Inseln

247. Weltreisetag, 115 km von Champasak auf die Insel Don Khon mit Boot, tropisch heiß

Kurz nach vier Uhr morgens. Der Wecker rasselt ohrenbetäubend und ich verfluche mich kurz. Doch schon zehn Minuten später, nach dem ersten Kaffee, sitze ich zusammen mit Maria und Gerhard auf dem Fahrrad um am Wat Phou den Sonnenaufgang zu erleben. Noch ist völlige Dunkelheit, doch nach und nach erwacht das Leben in den passierten Dörfern. Wir erschrecken und wecken die Hunde, die mitten auf der Straße ruhen, das Kläffen weckt die Hähne und Hühner und später kommt das Meckern der Ziegen und Kühe hinzu. Erst im Morgengrauen die ersten Menschen. Mobile Händler und Frauen, die Bananen auf dem offenen Feuer am Straßenrand braten. Da sitzen wir aber längst am Haupttempel des Wat Phou und sehen der Sonne beim Erwachen über der weiten Mekongebene zu. Großartige Stimmung. Großartiger Platz. Als die ersten Sonnenstrahlen in das Innere des zerfallenen Haupttempels fallen, bin ich mir ganz sicher  …  eine kleine unscheinbare Buddhastatue im Hintergrund  – hat gezwingert.

Der Mekong ist mit ca. 4500 Kilometern einer der längsten Flüsse der Erde und der Größte in Südasien. Der Mekong ist aber weit mehr als das – der Mekong ist eine Lebensader. Transportweg, Lebensgrundlage für Fischer und tausende Bauern an dessen Ufern, Badezimmer, Abwasseranlage und Naherholungsgebiet.  Über einhundert Kilometer folgen wir den gewaltigen Strom heute mit dem Boot. Zuerst ein größeres Modell und in Don Khong wechseln wir auf zwei kleinere Boote, da in der Trockenzeit der Wasserstand niedrig ist, und weite Abschnitte des Unterlauf nur so passierbar sind. Im Zick Zack umkurvt der kundige Steuermann die Untiefen und zahlreiche kleine Inseln. 4000 sollen es sein. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben … dreitausendneunhundertneunundneunzig, viertausend. Stimmt.

Am späten Nachmittag erreichen wir Don Khon und nächtigen standesgemäß in einen schwimmenden Bungalow. Vor uns, hinter uns, unter uns fließt der Mekong hindurch. Idyllisch. Nur wenn die zahlreichen Motorboote vorbeizischen … wackelt das Bett.


Wat? Wat Phou!

246. Weltreisetag, 35 km Fahrrad von Pakse nach Champasak, heiß, entspannend und historisch

Wir nächtigten die letzten zwei Tage in Pakse im architektonischen Kolonialflair. Das Frühstück kommt feudal daher … zur Freude der Teilnehmer in Form eines üppigen Buffets. Die Tagesetappe hätte problemlos viermal so lang ausfallen können, ohne das geringste Magenknurren zu vernehmen. Mehr als gut gestärkt, verlassen wir das sehenswerte Pakse über die Neue, von den Japanern gestiftete Mekongbrücke.

Zweimal rechts, einmal links, ein paarmal kräftig in die Pedalen getretten und schon haben wir Champasak, unser Tagesziel erreicht. Ein verschlafenes großes Dorf mit einer bewegten Vergangenheit. Wat Phou befindet sich in der Nähe, der touristische und archäologische Höhepunkt im südlichen Laos. Wahrscheinlich errichtet im 5./6. Jahrhundert  von den Cham zu Ehren des Gottes Shiva. Gestützt wird die These durch die Lage des Tempels, am Fusse des 1460 m hohen Berges Phou Pasak mit einem markanten Fels der weit in die Wolken ragt. Seit alters her ist dieser Fels als Linga oder als Phallussymbol des Hindu Gottes Shiva bekannt und verehrt. Zwei Jahrhunderte später galt dieser Ort den hinduistischen Khmer als kultischer Mittelpunkt ihrers Reiches, bevor sie die Hauptstadt in das südlich gelegene Angkor verlegten. Wiederentdeckt 1866 durch den französischen Forscher Garnier, seit 2003 UNESCO Weltkulturerbe und immer noch ein Ort gelebter Frömmigkeit. Prädikat: unbedingt sehenswert!