Back to the USSR

96 km von Suwalki nach Druskininkai, immer noch Gegenwind, immer noch Sonne. Passt schon!

Der Abschied von Polen fällt schwer. Wir sind tatsächlich 900 Kilometer durch Polen gefahren, von West nach Ost, fast komplett verkehrsberuhigt, fast komplett asphaltiert, immer gut versorgt, mehr als gut genährt, lebergeschädigt und ziemlich begeistert. Wer von den geschätzten Leserinnen und Lesern nicht gleich um die Welt will mit dem Fahrrad, ist in unserem östlichen Nachbarland definitiv gut aufgehoben!

Es heißt also heute Abschied nehmen von Aleks, die uns mit dem Auto und sehr unkonventionell aber ebenso willkommen begleitet hat durch ihr Heimatland. Die Idee war, mir altem Knacker (OK relativ!) etwas frischen weiblichen Wind zur Seite zu stellen. Eben eine junge Frau, die frei von der Leber weg über Polen erzählt und bei Gelegenheit auch über das Land flucht, wenn wir mit glänzenden Augen über das Frühstücksbuffet staunen. Ganz viel totes Tier, sehr zum Leidwesen von Aleks, der Vegetarierin.

Es passte also alles in Polen, und es war ein wenig schade, dass wir den Kilometer 1000 erst nach der Grenze gefeiert haben, ganz ohne Büffelgraswodka.

Litauen also. Das Land macht sich zuerst einmal mit deutlich rücksichtloseren Autofahrern bemerkbar. Auch wenn mich polnische Freunde immer vor ihren Landsleuten am Steuer gewarnt haben: Wir haben selten so rücksichtsvolle Autofahrer erlebt als bei unseren östlichen Nachbarn.

In Litauen hingegen eifert jeder Sonntagsfahrer Michael Schuhmacher nach, und wir werden das Gefühl nicht los, dass sie sich hier nicht am Rennfahrer, sondern am Skifahrer Schuhmacher orientieren.

Dennoch kommen wir gut voran im ersten Land des Baltikums, die Straßen sind entweder grenzwertig oder genial, korrespondierend zur Verkehrsdichte, aber auch die hält sich in Grenzen.


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