„Die Wüste ist versumpft“

Sonderbilderbuch vom Extra-Ruhetag am 128. Reisetag in Sainschand, sonnig-heiß bei 30°C

Sven hatte es mit der in die Überschrift übernommenen Bemerkung kurz zusammengefaßt, was wir gestern abend bei Kilometer 107 feststellen mußten. Die Wüste war vom Regen so aufgeweicht, daß weder der kleine „Küchen“-Bus noch der größere Begleitbus von der Straße ins Gelände zur Suche nach einem geeigneten Platz für unsere Zelte abbiegen konnten. Sie versanken nach wenigen Metern im tiefen durchnäßten Boden. Unsere Reisebegleiter fanden schnell eine Ersatzlösung: Bustransfer zum Hotel, zu dem wir eigentlich erst am nächsten Tag radeln wollten.
Wir gewannen damit einen freien Tag in Sainschand hinzu.
Spät abends kamen wir noch alle zu unserem „Schmutzbier“ und einem leckeren Abendessen.
Ich bestelle übrigens gern das Nudelgericht Tsuivan. Gibt es in allen Imbiß- und Nobelrestaurants in vielen verschiedenen und sogar in speziellen Varianten für unsere Vegetarier.

Sainschand (mongolisch Сайншанд) ist die Hauptstadt des Dorno-Gobi-Aimag, also dieser Provinz.
Sie liegt in der östlichen Gobi. Der Bahnhof ist ein Haltepunkt an der Transmongolischen Eisenbahn.
Hier leben und arbeiten etwa 25.000 Menschen.
Sainshand ist geprägt von Wüstenklima mit langen sehr trockenen und kalten Wintern sowie kurzen heißen Sommertagen. Von Regen hab ich nirgendwo was gelesen …

Wir nutzen den gewonnenen Ruhetag zum Ausschlafen, Wäschewaschen. Schlauchflicken etc. pp. und sehen uns in der Stadt um.

Das Highlight am Nachmittag: Besuch des Museums über das Leben von Danzanrawdschaa.

Dulduityn Rawdschaa (mongolisch Дулдуйтын Равжаа; auch: Danzanrawdschaa / Данзанравжаа) war Schriftsteller und gilt als einer der Nationaldichter der Mongolen. Er starb 1856 im Alter von 53 Jahren

https://de.wikipedia.org/wiki/Dulduityn_Rawdschaa weiß u.a. dies über ihn:
„Rawdschaa wurde als Sohn eines verarmten und bettelnden Viehhüters geboren. Er verlor früh seine Mutter, so dass ihn sein Vater anfangs allein erziehen musste. Mit sechs Jahren gab er den Jungen als Novize in ein Kloster, wo er sich bald durch schnelle Auffassungsgabe und vielseitige Begabungen auszeichnete.
Als Rotmützenlama gehörte er dem älteren, unreformierten Lamaismus an, der in der Mongolei nicht sehr verbreitet war. Weniger lebensfremd als die neuere Schule des Lamaismus, war er nicht an den Zölibat gebunden. Trotz mancher Beschränkungen führte Rawdschaa ein recht weltliches Leben, was ihm nicht nur Freunde im Klerus und den Beinamen „Trinker der Gobi“ einbrachte.
Als Halbwüchsiger erhielt er die hohe geistliche Würde als Wiedergeborener und den Titel eines 5. Nojon Chutagt der Gobi. Neben einer gründlichen theologischen Ausbildung erwarb er sich ausgezeichnete Kenntnisse der indischen und tibetischen Poetik sowie der mongolischen Literatur. Der unstete Rawdschaa, kein weltfremder Geistlicher und Poet, bereiste fast die gesamte Mongolei. Er gründete und besuchte zahlreiche Klöster, um dort zu lehren. “

Die Sonne hatte in den Straßen schon fast alles, was der Regen der letzten Tage angeschwemmt und aufgestaut hatte wieder trocken gelegt. Hoffentlich auch die Wüste an unseren nächsten Radeltagen, damit wir abends wieder unser Zeltlager aufbauen können.

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