Eine echte Herausforderung mit kleinem Gebirgspass

111. Reisetag, von Possolskoje nach Ulan-Ude, 147 km bei 20°C

Am frühen Morgen sollten wir uns von Ulyana (der Gastgeberin) verabschieden und noch ein Stück von knapp 150 km weiterfahren. Das Wetter war sehr angenehm, nicht heiß und kein Regen. Wir sollten 12 km in Richtung Possolskoje zurückkehren und dann weiter die Hauptstraße entlang fahren. Kurz vor Ende von diesem Stück haben wir ein Schild gesehen mit dem Hinweis „40% Steigung“, solche steilen Steigungen sind uns noch nie begegnet. Aber ich vermute, es sollte 4% sein.

Danach ging es die Hauptstraße entlang, wo auf einmal der Wind aufkam. Die Landschaft war ganz flach, aber bei dem starken Wind war es ziemlich anstrengend, mit dem Fahrrad zu fahren (und natürlich blies der Wind ganz schön ins Gesicht). Es wurde von der Gruppe entschieden, die Mittagspause in einer Kantine zu machen; anfangs gab es dort keinen Tisch mehr, aber wir haben uns dann einfach selbst einen besorgt. Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter und ca. 20 km später sollten wir einen ganz kleinen Gebirgspass überwinden. Um ehrlich zu sein, für einige von unserer Gruppe war diese Strecke von knapp 150 km plus der Gebirgspass eine Herausforderung. Aber wir wollten alles schaffen. Und das hat geklappt! Bergauf ging es nur die ersten 2 km von 9 km des Gebirgspasses, ich war die Letzte. Und… wir haben eine tolle Gruppe – sie haben auf mich gewartet, mich angefeuert und Sven und Gerhard haben mir noch eine Süßigkeit geschenkt.

Auf der höchsten Stelle des Gebirgspasses haben wir einen Mann aus Novosibirsk getroffen. Er sprach sehr gut Deutsch und wollte sich sehr gerne mit uns unterhalten. Am Ende des Gesprächs hat er uns eine Visitenkarte von sich gegeben. Und wir haben ihm den Aufkleber der „Radweltreise“ geschenkt. Dann konnten wir 7 km bergab fahren.

Nach der Abfahrt gab es einen wunderschönen Ausblick. Wir wollten unbedingt ein Foto machen. Die Landschaft wurde danach wieder flach.

Um 19 Uhr sind wir dann am Hotel angekommen, haben die Zimmer bekommen und um 20 Uhr in einem buryat-mongolischen Restaurant zu Abend gegessen. Als wir zurück zum Hotel kamen, war es fast schon Nacht, wir haben einen kleinen Stopp vor einer Fontäne gemacht (es spielte ein wenig Musik und das Wasser war mit Licht gefärbt). Dann blitzte es in der Ferne und wir vermuteten, dass es später in der Nacht noch gewittern würde.

Es war ein voller, anstrengender Tag, knapp 150 km dem Wind entgegen und mit dem kleinen Aufstieg. Aber wir haben das alles geschaffen, niemand ist im Auto gesessen. Und morgen werden wir dann einen Ruhetag in der Hauptstadt der Republik Buryatien genießen – in Ulan-Ude.


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