Irrfahrt ins Dunkel

Tag 160 der Weltreise: 144 km Fahrt von Xi’an nach Shangluo mit über 1400 Höhenmetern bei strahlendem Sonnenschein.

Wir haben in Xi’an Zuwachs bekommen und ein liebes Mitglied der Gruppe hat sich verabschiedet. Karin reiste heute ab und zwei Tage zuvor waren fünf neue Teilnehmer angekommen und ein Hospitant der uns ab Xi’an unterstützt.

Wir planten ursprünglich um 08:00 Uhr abzufahren, denn unsere Etappe heute versprach 126 km und 1833 Höhenmeter Anstieg. Das Problem begann schon beim Frühstück. Das Restaurant war so langsam, dass wir erst um 08:20 Uhr mit dem Frühstück fertig waren. Dann zurück ins Hotel und die üblichen Verrichtungen erledigen, die Koffer zum Gepäckwagen bringen, die Räder hinunter bringen, denn die waren in unserem Stockwerk gelagert. Bis dann alles zu den beide Autos gebracht war, die Fahrräder fertig gemacht, das Gruppenfoto geschossen und wir abfahrbereit waren schlug die Uhr bereits kurz nach Neun.

Kaum dass wir aus der Stadt heraus waren, fing auch schon die erste Steigung an. Wir hatten sie noch nicht ganz hinter uns, da hatten wir den ersten Platten. Die Strecke endete plötzlich im Nichts und wir waren zu einem Umweg gezwungen. Kurze Zeit später ereilte uns der zweit Platten. An einer Abfahrt verpassten wie zu allem Überfluss noch eine unscheinbare Abfahrt und mussten wieder zurück den Berg hinauf. Die Wege die wir fuhren, waren so klein und eng, dass uns unser Begleitfahrzeug gar nicht hätte folgen können, hätte der Fahrer überhaupt gewusst wo wir sind. Das Begleitfahrzeug fand uns erst beim Mittagessen nach mehreren Telefonaten.

Hatte das finden so lange gedauert, gelang ihm das Verlieren dafür um so schneller. Nach dem Essen fuhren wir auch wieder eine Strecke über kleine Gassen, durch Baustellenabsperrungen und standen abrupt vor einer Sackgasse. Wir kamen nicht weiter und entschlossen uns auf die einige Kilometer entfernte Bundesstraße G312 zu fahren und diese durchzufahren bis Shangluo. Diese Entscheidung sparte uns etwa 400 Höhenmeter, aber dafür fuhren wir etwa 20 km Umweg. Die Bundesstraße führte durch ein Tal, das eine grandiose Aussicht bot.

Das Resultat dieser Umwege und Verspätungen war, dass wir erst gegen 21:00 Uhr im Hotel waren und die Reststrecke in der Dunkelheit hinter uns brachten. Und die meisten unserer Räder hatten, wie in China üblich, kein Licht. Schließlich kamen aber alle unbeschadet im Hotel an. Kurz vor dem Ziel fuhren die beiden Begleitautos vor und hinter uns und Leuchteten uns den Weg. Drei Leute waren zwischendurch ins Begleitfahrzeug gestiegen aber der Rest fuhr mit einem Wahnsinnstempo durch, denn alle hatten große Angst mit dem Rad in die Dunkelheit zu kommen. Die holte uns aber schließlich dennoch ein.


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