Kleine Hafenrundfahrt, amüsante Bluebird-Erfahrungen und Vogelperspektiven

Bilderbuch vom Ausflug zum Sunda Kelapa Harbor im Norden Jakartas am 327. Radweltreisetag u.v.a.m., winterlich-heiße Gewitterstimmung bis 30° C

Kurzer Rückblick auf die Höhepunkte von gestern:

„Jakarta hat mehrere Seehäfen, unter anderem den auch touristisch interessanten Alten Hafen namens Kelapa Sunda, in dem hölzerne Frachter aus dem gesamten Archipel ihre Waren umschlagen, und den modernen Hafen Tanjung Priok, in dem die Pelni-Schiffe Passagier- und RoRo-Verbindungen zu den wichtigsten Seehäfen Indonesiens herstellen. Daneben gibt es westlich von Kelapa Sunda noch einen größeren Fischereihafen. “
[https://de.wikipedia.org/wiki/Jakarta]

Der Sunda Kelapa Harbor wird auf dem Stadtplan sogar an oberster Stelle (weil „oben“ im Norden) sowie in der Liste der „Places of Interests“ empfohlen und da war ja gestern auch noch der Hinweis unseres Begleiters in der Moschee, dort hinzufahren. Nehmt den Bus, war sein Rat, denn das sind mehr als 4 km. Könnte stimmen – Luftlinie gemessen. Welcher Bus fährt denn dahin und von wo und wie geht das mit den Busttickets? Die freundlichen jungen Leute an der Hotelrezeption lächeln uns ratlos an. Das hatte wohl bisher noch niemand gefragt …
Zumindest wird klar, daß man(n) direkt im Bus keine Fahrkarten kaufen kann, jedoch in einem der Ticket-Center. OK, das nächste ist laut Stadtplan mindestens einen Kilometer vom Hotel entfernt und dort wisse bestimmt jemand, wo dann die nächste Bushaltestelle ist.
Was nun? Richtig. Wir nehmen – heute zu fünft – ein Bluebird-Taxi, von denen immer welche vorm Hotel bereit stehen. Ein richtig großes Unternehmen mit kraftvollem Marketing, z.B. hier: https://www.bluebirdgroup.com/
„Fixed Price … New feature that makes it easy for you to know the price of travel from the start with a flat rate.

We want to our customer to experience their best trip with us, so enjoy the utmost benefit from riding with us.“
Also dann. Der nette Taxifahrer kann erst mal mit unserem Ziel nichts anfangen, aber hier hilft wieder „The Map of Jakarta“. Los geht’s.
„120.000“, sagt er. – „Why? Please start your taxameter and then we will see …“ Er schaltet ihn ein, aber offensichtlich nicht gern und er ist auch nicht begeistert, daß wir die Fahrt auf dem Stadtplan mit verfolgen. „That’s the Shopping Center on the left site“ – „Ya ya“. Rasant kurven wir durchs Verkehrsgewühl, scheuchen Motorradfahrerschwärme auseinander, telefonieren minutenlang mit Frau und Sohn zu Hause und kommen dann wirklich in Hafennähe an. Auf dem Taxameter werden 47.090 Indonesische Rupiah (IDR) angezeigt. Alles klar, hier sind 50.000 und thank you very much. Er hält die andere Hand hin und verlangt nochmal 50.000. „Oh no my friend, let’s press this little button here and print the receipt. Thanks a lot and have a nice day, bye bye.“ Das war leider nicht der Beginn einer Freundschaft. 🙁
Lesson learned: Auch unter sonst blauen Vögeln gibt es schwarze.
Zwei Kurven weiter haben wir dann schließlich den Alten Hafen gefunden und schauen uns überrascht und neugierig um. Ey, das ist kein Schiffs-Friedhof. Die vielen Schiffe in ihrer einmaligen Bauart und ihrem sehr differenzierten Zustand sind fast alle noch im Einsatz. Dazwischen werben kleine Kapitäne mit kleineren Booten für eine Hafenrundfahrt. Einer macht schließlich das Geschäft für – richtig – 50.000.
Mit so runden Zahlen rechnet sich’s halt leicht. Auf dem Rückweg vom Hafenbecken stoppt er sogar noch an einem der Schiffe, das wir uns näher ansehen dürfen. Die Männer an Bord haben eine Menge Arbeit, aber keine Eile und natürlich Zeit für Fotos (sie mit ihren Smartphones und wir mit unseren Kameras). Hat uns großen Spaß gemacht. Der Ausflug hat sich gelohnt. Lust, zurück zu wandern hat aber trotzdem keine(r) von uns, also wieder ein Taxi suchen. An der nächsten belebten Kreuzung kreuzt eins von Bluebird unseren Weg und bringt uns zum Hotel. Auf dem Taxameter stehen 32.600 IDR. Hatten wir etwa Rückenwind? Schaut euch den Track unten an. Rechts die Hinfahrt, links die Rückfahrt. Es gibt halt viele Straßen in Jakarta. 😉
Übrigens, weil wir’s schon zweimal geübt hatten, der zweite Taxifahrer hat auch 50.000 bekommen. Ohne Quittung. 🙂

Andres hatte so interessante Fotos vom „Hoteldach“ gemacht. Ich bin deshalb auch da hinauf gestiegen. Über die Treppe, denn der Fahrstuhl hält da oben nicht. Ist noch alles Baustelle. Die Fernsicht war ein wenig gewittrig, aber trotzdem sehr schön.
Geht man(n) von der Fahrstuhlknopfleiste aus, hat das Hotel 35 Stockwerke plus eine Treppe nach oben auf’s Dach. Wenn jede Etage ca. 2,50 m hoch ist, dann dürfte der Blick von ganz oben aus etwa 90 m Höhe sein. Das ist doch ein kleiner Ersatz für die ausgelassene 115-m-Plattform des Nationaldenkmals, oder?

Abends war dann unsere neue Radelrunde fast komplett in traditioneller indonesischer Restaurandumgebung versammelt. Astrid mußte leider wegen ihrer Erkältung etwas früher ins Bett.

Morgen erwarten uns zwei Radelhighlights: Die Ausfahrt aus Jakarta und die Rampen kurz vorm Ziel. Also los!

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