Koh Lipe, 10 Jahre zu spät…

297. Radweltreisetag, Transfer mit dem Speedboat von Koh Lanta nach Koh Lipe, heiß und sonnig wie fast immer, aber das war auf der Insel auch gut so.

Die Fahrräder hatten wir letzte Nacht verladen. Denn da wo wir hinfuhren sollten wir sie nicht brauchen.

Koh Lipe ist eine winzige Insel (2,5 km x 600 m), die komplett zu Fuß erkundbar ist. Sie ist Teil des Tarutao Meeres National Park. Die nördlichen Inseln wurden nicht zur Bebauung freigegeben. Lediglich die kleine Insel am südöstlichen Rand der Inselgruppe hatte man in die Hand von Investoren gegeben.

Es fing sicherlich alles gemächlich an. Die ersten Bungalows wurden neben dem Dorf der Seenomaden (malaysischen Ursprungs) entlang des Strandes gebaut. Doch im Zeitalter von Instagram und Facebook, vielleicht noch ein Sonderartikel im Lonely Planet und die besten Geheimnisse bleiben nicht lang vor der Öffentlichkeit verborgen.

Wir fuhren mit dem 750 PS Speedboot 2,5 Stunden über offenes Meer gequetscht zwischen anderen glücksuchenden Touristen, wie auf der Hühnerstange. Der Weg ins Paradies ist kein leichter. Ungeschützt auf dem offenen Meer blies der Wind die Wellen höher und wir bretterten hinüber. Das besondere an der Insel ist eben auch, dass sie 60 km vom Festland weg ist. Sie wird wegen dem klaren Wasser und weißem Sand auch die Malediven Thailands genannt.

Dann war wieder endlich Land in Sicht und alle sprangen auf von ihren Bänken und bewunderten das türkisgrüne Wasser vor dem Hauptstrand der Insel. Diese Farbe des Meeres ist einfach betörend, fast unwirklich kitschig.

Das wir nicht die Insel entdeckten war uns klar. Aber Koh Lipe ist lange kein Geheimtipp mehr. Die obligatorische Walking Street führt einmal quer durch die Insel, Beach Clubs sind in jeder Form und für jeden Geschmack vorhanden, und 2 7-Elevens gibt es wohl auch schon länger hier. Der Massentourismus ist also angekommen. Fehlt nur noch der McDonalds. Der Hauptstrand heißt hier treffend Pattaya Beach.

Wir latschten mit unserem Gepäck durch die Walking Street und bogen ein in unsere kleine aber feine Bungalowanlage, eine grüne Oase etwas abseits vom Trubel.

Zur Feier des Tages gingen wir dann zum besten Italiener am Ort. Gesalzene Preise, dafür aber Pizza fast wie in Neapel, bedient von einer deutschsprechenden Tschechin mit italienischer Live-Musik, in Thailand auf einer Insel mit malaysischem Namen. Es lebe die Globalisierung!

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