Radeltag am Meer

285. Radweltreisetag, 115 km von Hua-Hin nach Prachuab Khiri Khan. Teils bedeckt, teils sonnig > 30°C

„Hier könnte ich länger bleiben“, stellte Maria in einer Radelpause fest. Wir standen am Strand, wenige Meter vom Meer entfernt. Die Wellen rauschten auf den Sand, kleine Bäumchen spendeten etwas Schatten, Vogelgezwitscher …
Mir waren unterwegs ähnliche Gedanken durch den Kopf gegangen, aber Strandurlaub ist eher nicht mein Ding. Auch dann nicht, wenn er wie von einem meiner Lieblingspoeten besungen ist. Text siehe unten.

Wir sind schließlich dann doch alle zusammen weiter geradelt.

Start am Morgen mit Begrüßung von Tim, unserem neuen Guide auf den weiteren Radelwegen und natürlich mit Stretching unter Anleitung von Troy. Der Trail aus der Stadt Hua-Hin hinaus zieht sich etwas hin, aber schließlich sagt mein Navi: „Sobald wie möglich nach links auf Radweg“. Na, schmunzle ich, was du alles weißt und die Frau hat sogar Recht! Parallel zur z.T. dicht befahrenen Straße ein exzellenter zweispuriger Radweg. Für unsere Spitzengruppe natürlich ein Radschnellweg… 😉
Leider ist der nach einigen Kilometern zu Ende, aber links von uns ist immer wieder und immer öfter das Meer zu sehen. Hey, so macht Radreisen echt Spaß. Da ist es egal, ob die Straße zwischendurch mal mitten Berge abzweigt, wenn sie dann wieder zurück „zum Strand“ führt. Siehe oben.
Die Fotos – siehe unten – erzählen ein wenig über die Highlights entlang der Wege.
Wir spulen den Tag routiniert ab, genießen die Mittagspause in einem netten Strandlokal und sind kurz nach 16 Uhr am Ziel.

Verspätet am Abend ist dann endlich Niti wieder da, verspätet, weil auch die Thailändische Eisenbahn nicht immer pünktlich ist. Frühere Könige, erzählten uns unsere Begleiter, haben so einiges in Deutschland abgeguckt und dann in Thailand eingeführt. Ich hoffe mal, das mit den Bahnverspätungen nicht auch noch. 😉






Hier noch der Lied-Text, den ich oben angedroht habe (ja ja, ich weiß, das „spielt“ nicht in Thailand):

Konstantin Wecker
Ich lebe immer am Strand

Du, ich lebe immer am Strand
unter dem Blütenfall des Meeres.
Du, ich sag ein Lied in den Sand,
ein fast vertraut imaginäres.

Und die Göttinnen Roms steigen herab zu mir,
voll von Welle und Gischt und nur mich im Visier.
Und wo die Campagna noch ein weiches Stück Erde hat,
da besteigen sie mich, und ich habe die ganze Stadt,
das ganze rötliche Rom, in meiner Schenkelgewalt.
Die Wölfin kauert sich an meine Göttergestalt.

Du, ich lebe immer am Strand
unter dem Blütenfall des Meeres.
Du, ich sag ein Lied in den Sand,
ein fast vertraut imaginäres.

Und die Dirnen der Stadt betten mich abends ein.
Ihre herrlichen Körper brechen auf mich herein.
Und aus den Ruinen strömen die Diebe zum Meer.
Aufruhr flammt auf, sie entbinden ein Aufwieglerheer.
Das ganze rötliche Rom halten die Diebe besetzt.
Die Wölfin schaudert sich und weitet die Augen entsetzt.

Du, ich lebe immer am Strand
unter dem Blütenfall des Meeres.
Du, ich sag ein Lied in den Sand,
ein fast vertraut imaginäres.

Meine schweigsame Hand wühlt sich zum Meer wie ein Tier.
Salz prasselt herab, und ich bin betört von mir.
Und tief aus dem Wasser steigen Galeeren empor,
Päpste am Kiel, um die Masten ein Trauerflor.
Das ganze südliche Meer breitet sich aus in der Stadt.
Die Wölfin heult und sinniert, was sie wohl falsch gemacht hat.

Du, ich lebe immer am Strand
unter dem Blütenfall des Meeres.
Du, ich sag ein Lied in den Sand,
ein fast vertraut imaginäres.

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