Von Klöstern, Krücken, Kamelen und Kadavern

129.-132. Reisetag, von Sainshand über das Kloster Khamar nach Südosten bis Zamyn-Üüd, 78 km/108 km/88 km/27 km

Am 129. Reisetag führte uns eine gut ausgebaute Straße mit Rückenwind nach Süden zum Kloster Khamar, rund 47 Kilometer südlich von Sainshand. Der hier zuvor erwähnte Danzanravjaa hatte dieses 1820 (im Alter von nur 17 Jahren) gegründet. Auf dem Weg sahen wir erneut Krücken an einem Obo liegen. Bei Bedarf dürfen diese wohl mitgenommen werden. Das Wetter war ausgesprochen warm und endlich fühlte sich die Gobi wirklich wie eine Wüste an. Den Abend verbrachten wir in einem Jurten-Lager mehrere Kilometer von zwei festen Straßen entfernt.

Am folgenden 130. Reisetag mussten wir uns so mehr als 13 Kilometer auf Feldwegen durch die (dank des kaum versickerten Regens) vergleichsweise grüne Wüste schlängeln. Zurück auf der Straße legten wir relativ mühelos mehr als 90 weitere Kilometer zurück, bevor wir unser Lager nur noch rund 100 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt aufschlugen. Das üppige, mongolische Abendessen ließen wir bei einem kleinen Lagerfeuer unter Sternen ausklingen. Nachts zog schließlich ein beeindruckendes Gewitter an uns vorbei, verschonte uns aber in dem es mit einigen Kilometern Umweg an uns vorbei zog.

Dementsprechend war am 131. Reisetag auch keine Abkühlung zu spüren. Über heiße und trockene Straßen ritten wir auf unseren Fahrrädern über flache Hügel durch die Gobi nach Süden. Die Sonne brannte, Kamele schauten uns neugierig am Straßenrand hinterher und hier und dort verweste ein verendetes Pferd im Straßengraben: so hatten wir uns die Wüste schon eher vorgestellt. Unser Lager schlugen wir nur rund 25 Kilometer vor dem Grenzort Zamyn-Üüd auf. Den letzten Abend in Zelten verbrachten wir bei Kerzenschein und milden abendlichen Temperaturen.

Am heutigen 132. Reisetag verabschiedeten wir uns von unserem mongolischen Team und erreichten mittags Zamyn-Üüd und beobachteten das rege Treiben am hiesigen Bahnhof. Der chaotische Grenzverkehr ließ uns die Nähe zum Nachbarn China spüren. Morgen werden wir dann die Grenze passieren.

 

 

 

Kommentar verfassen