Wer weiß mehr über Shuhe und Jiaozi?

Mini-Bilderbuch am Tag 163 der Weltreise in Shuhe

„… konnten wir das authentische ländliche China aus nächster Nähe betrachten.
In Shuhe wohnten wir in einem kleinen Hotel im chinesischen Stil.“, hat Andreas zur Fahrt von Manchuan nach Shuhe notiert.
Wo erfährt man(n) mehr über Orte und Landschaften? Na klar, im allwissenden Internet, aber halt nicht immer.
https://de.wikipedia.org/wiki/Shuhe erklärt dann auch ganz bedeutungsvoll: „Shuhe (Yanyuan) (树河镇), Großgemeinde im Kreis Yanyuan in der chinesischen Provinz Sichuan“. Also schon mal nix von wegen Provinz Hubei oder Shaanxi. Weiterklicken hilft auch nicht: „Hier kannst du einen neuen Wikipedia-Artikel verfassen. Eine Anleitung für Anfänger findest du unter Hilfe:Neuen Artikel anlegen.“

Wer mehr erfahren will, muß morgens im Ort frühstücken!
Andreas und Rudi hatten ein kleines Restaurant wenige hundert Meter vom Hotel entfernt ausfindig gemacht, daß schon früh am Morgen geöffnet war und als Spezialität Jiaozi anbot.

Während der Inhaber und Chefkoch also werkelte, uns heißes Wasser, später sogar grünen Tee servierte sowie viel fragte und erzählte, erfuhren wir dies und jenes mehr über die Stadt. Sie hat immerhin 80.000 Einwohner!
Er verkürzte uns zusätzlich die Zeit mit einer relativ neuen „Imagebroschüre“, die neben Text für unsere Guides und alle anderen chinesischkundigen zumindest informative Fotos für alle enthält.

Nochmal kurz zurück zum Frühstück:
Jiaozi (chinesisch 餃子) ist ein Teiggericht, das in ganz vielen chinesischen Restaurants auf der Speisekarte steht.
Die Füllung besteht aus verschiedenem Gemüse oder Fleisch oder Garnelen. Chinesische Restaurants bieten jedoch häufig eine große Auswahl weitere Füllungen an. Gewürzt werden diese mit Salz, Sojasauce oder fein gehacktem Ingwer. Die gekochten Jiaozi werden vor dem Verzehr in Sojasauce oder Reisessig mit fein gehacktem Knoblauch getunkt. Die Sauce ist in dem separaten kleinen Schälchen.
Schon öfter konnten wir in den Restaurants Frauen beobachten, die in unermüdlicher Handarbeit aus beachtlichen Teigbergen riesige Mengen mit flinken Fingern zuschnitten, füllten und zur kochfertigen Teigtasche formten.

Auch in anderen Teilen der Welt wird ähnliches zubereitet.
In Japan sind sie als Gyōza populär, in Korea als Mandu, in Russland als Pelmeni, in Osteuropa als Piroggen bekannt. In Schwaben heischt dasch Plagiat 😉 bekanntlich Maultäschle (oder „Herrgottsbscheißerle“) auch wenn sie seit 2009 von der EU in ihrer Herkunftsbezeichnung geschützt wurden und nun in die Klasse „Geschützte geografische Angabe“ fallen . Eine Legende besagt nämlich, dass auf diese Weise die Zisterziensermönche des Klosters Maulbronn (daher der Name Maultasche) in der Fastenzeit das Fleisch vor dem lieben Herrgott verstecken wollten, was im Volksmund dann zum Beinamen „Herrgottsbscheißerle“ führte.
(Wer mehr dazu wissen will, guckt u.a. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Jiaozi, https://de.wikipedia.org/wiki/Maultasche)

Unser Frühstück – wir waren nur zu siebt, die anderen hatten sich abends Alternativen zum Essen im Hotelzimmer gekauft – Jiaozi „trocken“ und mit Suppe war jedenfalls superlecker und machte uns radelfit.

Auf dem Weg aus der Stadt hinaus kamen wir dann am Wasserkraftwerk der Stadt vorbei. Eins von weiteren noch geplanten am Han-Fluß, der dazu moderat als Han-Reservoir aufgestaut wurde.

Mini-Bilderbuch auf:

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