Wieder schöne Strecke!

318. Radweltreisetag, Malakka- Batu Pahat, wohl temperiert. Von Eckart Tardeck

Das Schreiben eines Blogs ist manchmal anstrengend. Besonders, wenn am Tage viele Kilometer gefahren wurden. Da muss man mal den Leisereiter unterstützen, besonders wenn noch Räder repariert werden müssen. Also muss auch mal ein anderer ran. Meistens macht das der Peter. Heute mal icke.

Um 8:30 Uhr war Abfahrt angesagt. Es wurde etwas später. Aus Malakka herauszukommen ist wegen der vielen Einbahnstraßen nicht so einfach. Dann einige viel befahrene Straßen mit Abbiegen und damit einordnen in den fließenden Verkehr. Mein Eindruck war, dass die meisten Autofahrer Rücksicht nahmen im Gegensatz zu den Motorradfahrern. Die überholten messerscharf, was mit einem entsprechenden Schimpfwort beantwortet wurde. Ein Kleinlaster drückte meinen Vorfahrenden und mich zur Seite. Ein Schlag gegen das Fenster klärte die Angelegenheit. Ende gut, alles gut. Irgendwann hatten wir die Stadt verlassen. Auch die Hauptstraßen blieben hinter uns und wir fuhren auf kleinen Nebenstraßen durch die tropische Landschaft. Genussradeln auf zwei bis vier Meter breiten Wegen. Einer der Wege war nur am Anfang asphaltiert und bestand dann aus grobem Schotter und Sand. Das nenne ich dann „Kukidentteststrecke“.

Eine noch schwelende Brandstelle sahen wir. Zigarette oder mit Absicht gelegtes aber aus der Kontrolle geratenes Feuer war mein Eindruck. Die tropische Landschaft änderte sich bald und Plantagen mit Ölpalmen bestimmten das Bild. Aber immer noch üppig grün und ruhig.

Im Gegensatz zur Vorhersage des Wetterberichtes war es windig, angenehm bewölkt und damit erträglich. Erst nach dem Mittagessen wurde es heißer, so dass ich schon erste Überlegungen anstellte, ob ich denn nicht besser in den Bus klettern sollte. Aber die Landschaft war zu schön. Also durchhalten. Am Ende hatte ich ziemlich genau 110 km auf dem Tacho. Die GPS-Geräte zeigten etwas weniger. Na ja, so ein Fahrrad fährt ja nicht immer geradeaus. Etwas Schlackern wird ja noch erlaubt sein.

Wenn an einer Tourteilnahme interessierte Radler so manchen Blog lesen, könnte man die Befürchtung haben, dass nur ausgebuffte Spezialisten an so einer Tour teilnehmen können. Schließlich sind so 100 bis 130 km kein Pappenstiel. Sehe ich anders. Die stete Begleitung durch den Bus sorgt immer für das Gefühl der Sicherheit. Und von der Gruppe lacht keiner, wenn jemand erklärt: „Für heute reicht es!“ So war ich schon mal wegen einer Erkältung drei Tage im Bus. Und langsam sich an die Strecke, Steigungen und Geschwindigkeit zu gewöhnen ist auch normal. Wer hin und wieder längere Strecken zu Hause fährt, schafft den Übergang meist locker. Wenn es ein 80 jähriger schafft, können andere es schon lange. Allerdings, zwei Kilometer zum Einkaufen wären doch etwas wenig als Training.

Für die Leisereiter bin ich eigentlich ein Problemfall. Ich mag nicht am Auspuffschnuppern. Das heißt, auf dem Standstreifen von Autobahnen oder stark befahrenen Straßen fahre ich nicht. Ich verschwinde regelmäßig im Begleitfahrzeug. Brüllende Trucks z.T. mit Abgasfahnen, die auch mal nach Fisch stinken können (zwecks Verringerung der Spritkosten), donnernde Reifen der Pkws, röhrende Motorräder, kreischende Kleinkrafträder mit gelegentlich blauen Auspufffahnen, nein das ist nix für mich als ältlichen Genussfahrer. Na ja, etwas übertrieben habe ich vielleicht.

Die Bilder sind nicht von mir. Werde langsam fotografierfaul. Früher hat meine Kamera an jeder Ecke gejammert: „Lass mich raus, lass mich raus!“ Die ist auch älter und ruhiger geworden. Lässt sich nicht vermeiden.

In alter Müdigkeit
Eckart


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Ein Kommentar:

  1. Moin Eckart,
    so kenn ich dich, schreib ruhig öfter!
    In alter Frische
    Hermann aus Oldenburg

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