„Eco-Friendly“ ist das Stichwort

266. Radweltreisetag, 60 km von Sre Ambel nach Chi Phat, 33 Grad im Schatten / 40 Grad auf der Straße

Unser Kaderkastenhostel hatte leider kein Frühstück im Angebot. Eine Nudelsuppe stärkt aber auch ganz gut am Morgen. Einige hatten es schon fast vermisst.

Es ging heute immer weiter die Hauptstraße 48 entlang in Richtung Thailand. Gut ausgebaut und breit genug mit wenig Verkehr führte sie uns direkt bis zur Abzweigung nach Chi Phat. Die Straße führte uns gefühlt immer weiter weg von der Zivilisation. Die Löcher und Bodenwellen wurden immer größer und plötzlich rollten wir ein in eine Schwalbennesterfarm.

Diese hässlichen Beton-Silos wurden gebaut um Höhlen zu imitieren. Oben sind Lautsprecher angebracht, die Schwalben-Sing-Sang von sich geben. Scheinen einfach zu überzeugen zu sein, diese Schwalben. Überall sieht man sie aus den kleinen Öffnungen am oberen Ende des Gebäudes rein und raus fliegen. Eifrig bauen sie mit Ihrem Speichel Nester, die dann geerntet und getrocknet werden, um sie dann an eine chinesische Mutti als Wunderheilmittel zu verkaufen. Scheint gutes Geschäft hier zu sein.

Wir überquerten den Fluss mit Hilfe einer kleinen Fähre und fanden uns in Chi Phat wieder, einer Eco-friendly Tourism Community. Die ehemaligen illegalen Jäger und Holzfäller aus der Region wurden umgeschult zu Guides und Waldführern, Englisch Unterricht gab es noch oben drauf, und schon hat man ein nachhaltiges Öko-Touri-Dorf mitten im Dschungel.

Klingt in der Theorie super. In der Praxis ist das manchmal nicht ganz so einfach. Mr. Sna, unser Gastgeber hier erklärte uns, dass die Organisation seinen Rad-Verleih, Bus-Ticket Shop und die Kochschule seiner Frau eingestampft hat. Zuviel Wohlstand darf wohl auch nicht sein, sonst kann man das Dorf ja nicht mehr als authentisch Öko verkaufen. 20% seiner Annahmen an Touristen müssen ebenfalls an das Zentral-Komitee hier gezahlt werden. Schwierig!

Unser kleines Resort ist „naturbelassen“. Lässt aber wenig Wünsche offen. Die Frau des Hauses soll wohl auch eine begnadete Köchin sein.

Pry gibt uns aber zu verstehen, dass wir für das Abendessen das Visitor Center nehmen müssen. Eine Mahlzeit dort ist Pflichtprogramm. Aber aussuchen was es gibt kann man trotzdem nicht. Öko-Tourismus eben.

Hochzeit am Abend gibt’s dazu. Das wird eine lange Nacht und lauter Morgen.


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2 Kommentare:

  1. Allen Radweltreisenden ein schönes Weihnachtsfest in der Ferne. Danke, dass wir an dieser tollen Reise teilhaben dürfen. Aus der regnerischen und kalten Heimat herzliche Grüße.
    Kornelia Eskuche

  2. Den Wünschen schließe ich mich an, sicher eine neue Erfahrung bei tropischen Temperaturen an das deutsche, kühle, eher besinnliche Weihnachten zu denken.
    Weiterhin gute, unfallfreie und gesunde Fahrt, freue mich auf weitere Berichte,
    mit neuem Knie aus der Reha grüßt Imma

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