Kratie, die berühmten Flussschweine (Orcaella brevirostris) und eine Inseltour

Bilderbuch am 250. Radweltreisetag in Kratie am Mekong am sonnigen und heißen Nikolaustag

Kratie ist eine von vier Provinzen im Nordosten Kambodschas. Weil es weit genug von den populärsten Zielen des Lands entfernt liegt, ist Kratie perfekt, wenn man(n) nach etwas mehr Ruhe sucht. Hier stehen noch viele französische Kolonialbauten, die während des Bürgerkriegs kaum beschädigt wurden.

In der Stadt Kratie (andere Transkription: Krâchéh) selbst leben etwa 60.000 Einwohner. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.

Die Bedeutung von Kratie hat in den letzten Jahren als Durchgangsreiseort von Kambodscha nach Laos sowie in den Nordosten (Minderheitenprovinz Ratanakiri) und Osten (Minderheitenprovinz Mondulkiri) zugenommen. Hauptanziehungspunkt für Besucher von Kratie sind die Süßwasserdelphine des Mekong. Während es in den 1970er Jahren in den Mekonggewässern Kambodschas noch einige Tausend Exemplare gab, sind derzeit nur noch etwa 120 Delphine erhalten, deren Zahl seit Jahren jedoch stabil geblieben ist. Die größte Zahl von etwa 60 Delphinen lebt in einem Pool namens Kampi, etwa 15 km nördlich von Kratie. Für die Delphine wurden Schutzzonen errichtet, die Fischerei ist dort verboten und passierende Schiffe müssen eine spezielle Route fahren.
In Kampi ist eine Beobachtungsstation errichtet worden. Es stehen Boote für Besichtigungen auf dem Pool zur Verfügung.
Die seltenen Irawady-Süßwasser-Delfine stehen nach wie vor auf der Liste der ernsthaft gefährdeten Arten.

[https://de.wikipedia.org/wiki/Kratie,
https://www.enchantingtravels.de/reiseziele/asien/kambodscha/kratie/,
https://en.wikipedia.org/wiki/Irrawaddy_dolphin, https://de.wikipedia.org/wiki/Irawadidelfin,
https://weltenbummler.guide/asien/kambodscha/kratie/,
http://www.geo.de/reisen/community/reisebericht/621079/6/Kambodscha-open-your-heart-and-open-your-wallet]

Wir fahren nach einem leckeren Frühstück die 15 km zurück nach Kampi, mit dem Bus, denn geradelt sind wir die ja schließlich gestern schon und noch 2 x dieselbe Straße ist auch weniger spannend.
Aber was für ein Kontrast zu gestern!

Aus dem klimatisierten Bus sehen die Hütten und Häuser links und rechts der Straße irgendwie anders aus. Der Eindruck bleibt fern und oberflächlich.

Mit dem Fahrrad da entlang zu fahren bedeutet viel größere Nähe, ja direkten Kontakt zur Umgebung zu haben und man(n) kann alles nicht nur sehen, sondern echt fühlen, hören und riechen.
Busreisen ist doof, Radreisen ist besser!

Wir bekommen in Kampi am Ticketschalter den Gruppentarif für Ausländer und zwei kleine Boote fahren uns zur Bucht, in der am besten Delfine beobachtet werden können. Vor uns sind schon andere Besucher dahin geknattert und nach uns kommen noch mehr. Die „Kapitäne“ kennen sich aus, schalten bald die Motoren aus und rudern ans Ufer.

Wir spähen über die Wasserfläche, die Kameras aufnahmebereit und die Delfine tauchen auf, einer, zu zweit oder sogar drei. Für’s Luft-holen lang genug, für uns leider nur sehr kurz. Aber dafür öfter.
Es gibt sie also wirklich. Wir haben sie gesehen.

Auf dem Rückweg stoppen wir kurz an einer Pagode kurz vor der Stadt. Pagoden sind nicht immer geöffnet, sondern meist nur an besonderen Feiertagen. Schade, aber von außen ist sie auch sehenswert und da im Obergeschoß die Fenster geöffnet sind, bekommen die Fotoobjektive auch einen kleinen Einblick ins farbenfrohe innere.

Den Nachmittag bringt jede(r) individuell über die heißeste Tageszeit und ab 15.30 Uhr treffen wir uns wieder zu einer kleinen Radeltour zum Inselpark „Koh Trong Community Base Eco-Tourism“ gegenüber. Die Fähre muß nicht ganz so weit schwimmen, denn im Mekong fließt relativ wenig Wasser. Wir müssen unsere Fahrräder ein ganzes Stück über den ausgetrockneten Sand ans eigentliche Ufer schieben.
Die Familien auf der Insel leben vom Reis-, Obst- und Gemüseanbau und wir sehen viele große und kleine Haustiere.
Wir können es bestätigen: Dort gedeihen die leckersten Pomelos Kambodschas. 😉 Schade nur, daß dabei immer zwei Drittel als Schalen etc. pp. entsorgt werden müssen.
Wir dürfen sogar ins Haus einer Familie hineinschauen. Viel Platz, aber 4 Generationen unter einem Dach! Da können wir uns in Europa echt was abgucken! Sogar die Ururgroßmutter begrüßt uns. Sie ist 99 Jahre alt!
Kurz nach Sonnenuntergang bringt uns die Fähre wieder zurück zur Stadt und über dem kurzen Radelweg zum Hotel ist dann schon dunkle Nacht, zumindest da, wo keine Lampen an der Straße leuchten.

Kratie- und Inselbilderbuch auf:

 



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