Vom Frühstücksformular zur Radler-WG

Von Pskov nach Solzy 137 km, schönes Wetter und leichter Rückenwind

Sieben Uhr Frühstück und 8 Uhr losfahren – war der Plan zur Bewältigung der heutigen 137-km-Etappe. Doch das Frühstücksbuffet öffnet erst ab 8 Uhr. „Wir können ein individuelles Frühstück für 7 Uhr zusammenstellen“- so lautete das Angebot der serviceorientierten Empfangschefin. Als  dann aber gestern Abend jedem einzeln ein umfangreiches Formular zum detaillierten Erfassen seines individuellen Frühstückswunsches vorgelegt wurde waren wir uns schnell einig den Start doch etwas nach hinten zu verschieben.

Gut gefrühstückt erreichten wir wenige Kilometer hinter Pskov praktisch eine Fahrradstraße, auf der es über eine Strecke von knapp 80 km keinen Autoverkehr gab. In Dörfern die wir querten arbeitete man noch mit Kurbelbrunnen und wir wurden vor mehr Storchenpaaren als menschlichen Bewohnern beäugt. Manche Straßenabschnitte hatten einen perfekten Asphaltbelag, sehr viel mehr aber seit bestimmt 30 Jahren keinen Besuch einer Teerwalze mehr gehabt, wieder andere hatten diese Bekanntschaft noch nie gemacht.

Die letzten 45 km auf einer neuen Hauptstraße konnten wir mit Rückenwind schnell bewältigen, so dass alle kurz nach 18 Uhr – gut gelaunt und entspannt ob des geringen Verkehrs und der schönen Landschaft – in Solzy ankamen.

„Ein Restaurant oder eine Kneipe gibt es Solzy nicht!“ verkündete die ältere Dame, die uns aus einem Kabuff im Eingangsbereich unseres heutigen eher einfachen Übernachtungssetablissements in Empfang nahm. Aber darauf waren wir vorbereitet. Viktor hatte kurz vorher kaltes Bier für den traditionellen Ankommensumtrunk besorgt.

Auch die Essensfrage hatten wir schon im Blick und in der Kochnische ließ sich was machen. Wenig später saßen wir alle fünf bei bester Stimmung wie in alten WG-Zeiten auf Sesseln vor unseren Pelmeni in Smetana-Soße mit Salat und Brot bei einem kühlen Bier.


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