96000 Meter A3 (E264) nach Estland

115 km von Sigulda nach Valka(LV)/Valga(EST), Wolken, Regentropfen, Sonne, z.T. kräftiger Rückenwind

Der Radeltag beginnt gewohnt kühl mit vielen Wolken und der Option, betröppelt zu werden.
Die ersten 14 km rollt es nebenstraßenbeschaulich und anfangs steil bergab ins Tal des Flusses Gauja.
Wir radeln nach Stefans mehrfacher Empfehlung den Nebenweg zur Gutman-Höhle, der größten Höhle des Baltikums und nehmen dafür sogar alle einen sog. „Drecksweg“ in Kauf, den Mifa-Rad und Stefan sonst eigentlich gar nicht mögen.
Karin freut sich dafür, hier noch mehr über die Legende der Rose von Turaida zu erfahren.
Zurück auf der Straße strampeln wir über eine 11%-Rampe aus dem Tal wieder nach oben vorbai am Ort Tureida in die normale Reisewelt.

Dann die Frage ans Navi: Wo bitte geht es hier nach Estland? – Nach 20 Metern rechts auf die A3 abbiegen und dieser 96 km folgen bis Valga.
(Im wesentlichen immer gerade aus, aber kleine Kurven bitte nicht ignorieren.)

OK.

Ich mag ja eigentlich die A3 überhaupt nicht, insbesondere das stets verstopfte Stück zwischen dem Frankfurter Kreuz und der Raststätte Weißkirchen. Aber es gibt heute wirklich keine akzeptable Alternative und außerdem pustet ein erstklassiger Rückenwind!

Die A3 ist hier in Lettland übrigens nur einspurig in jede Richtung, d.h. die Brummis müssen sich die Fahrbahn mit uns teilen. Wir sind da sehr tolerant und die meisten Brummi-, SUV- und sonstigen Rennpiloten zum Glück auch.
Eine unfaßbare Besonderheit hat die A3 hier in Lettland aber: Es gab nicht eine Baustelle!

Wir kommen teilweise mit 25-30 km/h voran! Auf abschüssiger Straße mit 30-40 Sachen!!
Dennoch bleibt angesichts der in der Perspektive am Horizont nur 1 cm breiten Piste unendlich viel Zeit über irgendwas nachzudenken oder die Natur zu beobachten.

Nachdenken: Viele A3-Abschnitte wurden mit finanzieller Unterstützung der EU saniert. Hoffentlich haben auch die (noch) in Lettland lebenden und (hoffentlich) Arbeit habenden Menschen bald was davon. Seit der Unabhängigkeit sind Hunderttausende, vor allem junge Leute ausgewandert …

Beobachten: Lange lange Waldstücke, vor allem mit Birken. Kleine weit auseinanderliegende Bauernhöfe, aber jeder mit eigener Bushaltestelle. Phantastische Wolkenmassive und -Bewegungen von tiefdunkel bis strahlendweiß.

Zuletzt freundlicher Sonnenschein zum Empfang am Grenzübergang.

 

Wir haben Estland erreicht, relaxen und schlemmen am Abend im netten Hotel Metsis.

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