Australien 15+1: Mitbewohner (12)

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Nicht nur als Wild- und Nutztiere haben Kängurus den Kontinent erobert: Auch als Haustiere erfreuen sie sich größter Beliebtheit.

Kängurus sind dabei keine Haustiere im eigentlichen Sinne, die man im Geschäft einkauft und mit denen man Stöckchenfangen spielen kann. Vielmehr sorgen wildlife carer nach einer speziellen Ausbildung für verletzte und verwaiste Tiere.

Diese Ausbildung ist auch für das ganz normale Fußvolk erschwinglich, sodass sich regelrechte Kommunen entwickelt haben, die sich um die Tiere kümmern. Das ist auch nötig, denn gerade verwaiste Kleintiere sind ausgesprochen pflegeaufwendig. Alle paar Stunden – auch nachts – müssen sie gefüttert und vor den Gefahren der großen weiten Welt beschützt werden. Auch das ist alles andere als einfach, denn Kängurus sind empfindliche Tiere. Morgens hüpfen sie noch fröhlich durchs Gras, abends sehen sie ihm schon von unten beim Wachsen zu – kein Einzelfall.

Das Zusammenleben mit Kängurus ist entzückend. Offiziell heißt es, man solle den Tieren keine Zuneigung entgegenbringen, um sie nicht zu vermenschlichen. »Bullshit«, lautete der einhellige Kommentar aller wildlife carer, mit denen ich gesprochen habe. Viele der Jungtiere sind ohnehin sehr zutraulich. Mögen sie einen Menschen, werden sie versuchen, mit großer Ernsthaftigkeit zu putzen oder sich mit ihm durch Klicklaute zu unterhalten.

Roos sind keine lauten oder aufdringlichen Tiere, und wenn man doch mal seine Ruhe braucht, kann man sie in einen Beutel packen, in dem sie sich für die nächsten Stunden pudelwohl fühlen. Bonus einer kleinen Armee aus Kängurus im Hinterhof: Man braucht keinen Rasenmäher mehr (und auch keinen Dünger).

Auszug aus: Australien 151 – Porträt der großen Freiheit in 151 Momentaufnahmen, Markus Lesweng, Conbook Verlag

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