Höhenmeter und andere Fachausdrücke

Als ich mich am 5. September in Xi’an der gestandenen Gruppe anschloß, war der Integrationsprozess relativ einfach und schnell abgeschlossen. Ich konnte beim Tempo gut mithalten und an die Nudelsuppe zum Frühstück hatte ich mich auch schnell gewöhnt. Etwas mehr Mühe machte mir die Sprache, welche da gesprochen wurde. Weltradler haben ihre eigene Sprache, es brauchte mehrere Wochen, bis ich die Fachausdrücke verstanden habe. Hier einige Beispiele.

Höhenmeter
Wenn von Höhenmeter gesprochen wird, geht es irgendwann im Laufe des Tages bergauf. In China waren es durchaus zwischen 1000 und 2000 m. In Laos ist es immer noch ein Auf und Ab, aber nicht mehr vergleichbar. Nun geht jeder anders mit dem Begriff um. Wenn die Höhenmeter nach oben zeigen strahlt Maria, es löst bei ihr Glücksgefühle aus. Jemand anders führt eine Statistik über die zurückgelegten Höhenmeter. Andere steigen sporadisch in den Bus ein, wenn die Zahl zu fest nach oben zeigt. Depression hat bis jetzt niemand bekommen, aber viele zucken bei diesem Wort gleich zusammen und werden nachdenklich und blaß. Für einige ist das Wort Höhenmeter zum Unwort 2018 geworden. Stehe ich vor der entscheidenden Frage, soll ich mir das antun, frage ich dann immer meinen Körper, ob ihm so eine Bergetappe gefallen würde. Meistens bekomme ich zur Antwort, flache, gerade Straßen sind unspektakulär, da kannst du gleich ins Fitnessstudio gehen und dich langweilen. Also packen wir es an. Logisch!

Tendenziell abwärts
Unsere Reiseleiterin in China wollte uns stets beruhigen. Beim Briefing am Abend hieß es dann oftmals, am nächsten Tag geht es tendenziell abwärts. Als es am nächsten Tag wieder einen längeren Anstieg zu bewältigen hatte, fragte ich mich, wie sie damit gemeint hatte.

Hartmut hat uns wenig erfahrenen Radfahrern das plausibel erklärt.

Schaut man sich die Transasienreise auf einer Weltkugel an, so ist Xi’an oben und Singapur weit unten auf der Weltkugel. Das heisst, wir fahren nach unten oder eben tendenziell abwärts. Logisch!

Tendenziell flach
Unter tendenziell flach meinen die Reiseleiter, wenn die Tagesetappe unter 1000 Höhenmeter hat. Die Anzahl Kilometer hat dabei keinen Einfluss.

Toutterrain
Ein Teil der Gruppe fährt mit einem Fahrrad der Marke Toutterrain. Wenn man nun von der Schweiz kommt, versteht man den Begriff nicht. Daß Toutterrain jeder Untergrund heißt, weiß ich natürlich schon. Wir fahren doch auf Straßen.

In China und Laos habe ich natürlich festgestellt, daß die Straßen sehr unterschiedlich sind und mein Fahrrad gute Dienste leistet. Ich fahre über Buckelpisten und es schüttelt mich gewaltig durch, ich fahre durch Schlammlöcher und es läuft immer noch. Getragen werden mußte es nur selten. Wir fahren eben über verschiedenen Untergrund (Toutterrain).

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar verfassen