Toulouse – oder: Wo ist der „Wahre Jakob“?

Bohème Camino – Mit dem Rad von Prag zum Kap Finisterre

Ein Ruhetag in Toulouse, der Vormittag dient der körperlichen Erholung oder wahlweise der Radpflege. (Es schreibt Christoph)

Am Nachmittag treffen wir uns ohne Volker (dringende Büroarbeiten) an der Kathedrale St. Etienne zu einem schönen Stadtrundgang. Alle sind individuell in die Innenstadt gelangt, vom Hotel aus sind es gut viereinhalb Kilometer. Manche per Linienbus, andere zu Fuß, so wie ich.

Pünktlich um 15 Uhr sind jedenfalls alle eingetroffen und so werfen wir zunächst einen Blick in die seltsam verbaute und dadurch kuriose Kathedrale. Ein Spaziergang führt vorbei an gut erhaltenen Gebäuden aus verschiedenen Epochen und hübsch angelegten Plätzen zur alten Pilgerkirche Saint Cernin, Frankreichs Kirche mit den meisten Reliquien aus Antike und Mittelalter. Insgesamt zählt man 175, darunter angeblich – so behaupten die Toulousaner – auch die des Heiligen Jakobus. Im 12. Jahrhundert gab es darüber natürlich einen heftigen Streit mit Santiago de Compostela, was den dortigen Erzbischof zu dem Ausspruch „Das kann doch nicht der wahre Jakob sein“ verleitete.

Weiter ging der Rundgang zur Jakobinerkirche, wie die Dominikaner in Frankreich genannt werden. Zweischiffig, getragen von kunstvoll gestalteten Säulen und begleitet von einem anmutigen Kreuzgang.

Der Ausklang fand dann beim Abendessen in einem ausgezeichneten italienischen Restaurant auf dem Kapitolsplatz statt. Apropos Platz, ein wahrer Platzregen mit Hagelschauer verzögerte den Heimweg um etwa 15 Minuten, dennoch erreichten wir rechtzeitig den Bus, der uns zurück zum Hotel brachte.

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