Unsere Radtouren in Asien

Falls ihr Lust habt, mit uns zu radeln: Hier findet ihr die Touren, die wir ab September 2024 anbieten und die entweder bereits gesichert oder so gut wie gesichert sind. Das sind vor allen Dingen unsere „Klassiker“ Auf den Spuren der Khmer (Laos und Kambodscha), Entlang der Teestrasse (China) und Ins Mekong-Delta (Kambodscha und Vietnam). An den Hängen des Himalaya radeln wir zudem durch Nepal. Im April 2025 bieten wir zum letzten Mal unsere Tour von Xi`an zum Yangzi an: Die Drei Schluchten des Yangzi. Für alle E-Bike-Fahrer gibt es zwei besondere Schmankerl: Den Klassiker Auf dem Dach der Welt (Lhasa-Kathmandu), und unsere Tour durch das wunderbare Yunnan, Südlich der Wolken.

Wir freuen uns auf Euch!

Nachrichten vom Ende der Welt

Bohème Camino – Mit dem Rad von Prag zum Kap Finisterre

Der eine oder die andere wird den Blog die letzten 10 Tage vermisst haben.

Die Touren waren lang, die Tage noch länger oder es ging legendäre Passstraßen hinauf – und glücklicherweise auch wieder runter. Weil: Die Tour ging ja tendenziell bergab und endete am 07. Juni wie geplant mit dem – pardon – am Ende der Welt: Kap Finisterre.

Hiermit zuerst einmal die Ankunftsbilder, wie wir von León dort hingekommen sind, erzähle ich morgen. Bleibt also am Ball!

Bohème Camino!

Buen Camino!

Bohème Camino – Mit dem Rad von Prag zum Kap Finisterre

Das Zwischenziel Santiago de Compostella fühlt sich wie das eigentlich Ziel an und wir sind erst einmal überglücklich, angekommen zu sein. Fast 4000 Kilometer waren es von Prag nach Santiago. Buen Camino!

Das Dach der Tour

Bohème Camino – Mit dem Rad von Prag zum Kap Finisterre

Zwei legendäre Punkte des Camino liegen vor uns, das Cruz de Ferro und O Cebreiro. Beide können nur nach längeren Anstiegen erreicht werden und so geht es an zwei Tagen zum ersten Mal nach den Pyrenäen wieder einmal kräftig bergauf. Während wir noch relativ entspannt zum Picknick am Cruz de Ferro ankommen und die rasente Abfahrt nach Molinaseca genießen, kommen wir auf dem Weg nach O Cebreiro fast an unsere Grenzen.

Der etwas enspanntere Weg über Pedrafita do Cebreiro ist weiterhin für Radfahrer, wie befürchtet gesperrt. Folglich müssen wir wie ein paar Dutzend ebenfalls lauf fluchende Radfahrer die Rampen direkt nach O Cebreiro nehmen, eine Strecke, von der ich mich eigentlich geschworen hatte, sie nie wieder zu radeln. Was jedoch vor zwei Jahren mit Gepäck und Gegenwind fast unmöglich war, entpuppte sich diesmal mit leichtem Gepäck und Rückenwind zwar als anstrengend, aber machbar. Sogar die Akkus unserer E-Biker haben gehalten.

Nach ausgiebiger Pause mit Kaltgetränk schlagen wir noch dem Gewitter ein Schnippchen und kommen (fast) trocken in Fonfria an, inklusive einer netten Übernachtung in einer urigen Berghütte samt Hausfrauskost.

Am dritten Tag lassen wir dann rollen und erreicht bereits Mittags Sarria. Hier sammeln sich bereits die Pilgermassen, denn ab hier beginnen die letzten 100 Kilometer Wanderweg, die ausreichen, um am Ziel die Compostella in der Hand zu halten.

Gaudi

Bohème Camino – Mit dem Rad von Prag zum Kap Finisterre

Es geschehen noch Wunder! Der Weg von León nach Astorga war immer einer der weniger schönen. Viel zu lange ging es direkt an der stark befahrenen N-120 entlang, zuweilen sogar ohne Radweg/Seitenstreifen.

Kurz hinter León dann die Überraschung: Der Jakobsweg ist umgeroutet, die Pilgerfahrt geht nun über die Dörfer, nicht immer asphaltiert, aber leidlich gut zu fahren. Vor allen Dingen: Kaum Verkehr.

So radeln wir entspannt bis Hospital de Órbigo, Picknicken im Schatten der imposanten mittelalterlichen Steinbrücke. Selbst der weitere Weg entlang der N-120 gestaltet sich entspannt, ein kurzer Bogen über die Felder, und dann liegt sie vor uns: Die Stadt Astorga, mit ihrer eindrucksvollen Skyline mit der Kathedrale und dem von Gaudi entworfenen Bischofspalast. Gegenüber schlagen wir wie schon letztes Jahr unser Quartier auf, im netten Hotel Gaudi.

Burgos oder León – wer ist die schönste im ganzen Land?

Bohème Camino – Mit dem Rad von Prag zum Kap Finisterre
Blog von Christoph

Nun gut, ohne Zweifel Santiago de Compostela. Aber heute haben Volker und ich uns tatsächlich darüber unterhalten, ob nun Burgos oder León schöner sei.

Volker gefällt Burgos besser, ich hingegen tendiere eigentlich immer schon – seit ich beide Städte vor über 30 Jahren zum ersten Mal besucht habe – zu León. Begründen kann ich das nicht wirklich, aber irgendwie empfinde ich León als wärmer, irgendwie gemütlicher.

Wie immer Geschmacksache.

Auf jeden Fall haben beide Städte mit ihrer großen Vergangenheit am Jakobsweg sehr viel zu bieten, zwei großartige Kathedralen und einen hochinteressanten Altstadtbereich. León ist älter – eine Römergründung der 7. Legion unter Galba, daher kommt der Name der Stadt auch von Legion und nicht von Leo, dem Löwen. Burgos dagegen hat El Cid, den großen Helden der Reconquista, der Rück-Eroberung Spaniens von den Mauren.

Die Kathedralen sind – obwohl fast identischer Baubeginn im 13. Jahrhundert – sehr unterschiedlich. Die von Burgos ist mehr ein Museum im spätgotischen Zuckerbäckerstil, den sie hat etwa vier Jahrhunderte für die Fertigstellung gebraucht. León besitzt dagegen die Kathedrale des Lichts, mit 1800 m² Fensterfläche, die dem Bau eine unvergleichliche Atmosphäre verleiht.

Eines haben sie gemeinsam, man kommt aus dem Staunen nicht heraus.

Und ein weiteres haben beide Städte auch gemeinsam, die Küche ist herausragend. Einen Vorteil hat León dabei, hier bekommt man grundsätzlich zu jedem bestellten Getränk ein Tapa, eine kleine Leckerei.

Wie gesagt, welche Stadt nun die schönere ist, lässt sich hier nicht feststellen. An besten wäre es, sich beide selbst anzuschauen. Und noch besser auf der Wiederholung von Bohème Camino ab Mitte August 2025.

Meseta im Mai

Bohème Camino – Mit dem Rad von Prag zum Kap Finisterre

Die Meseta: Horror für alle Fußpilger auf dem Camino. Karge Hochebene, die entweder mit eisigen Temperaturen oder mit unerträglicher Hitze aufwartet. Wer die Meseta meistert, ist schon mit einem Fuß in Santiago (wenn da nicht O Cebreiro wäre…)

Auf jeden Fall bin ich jedes Mal froh (es ist mein viertes Mal auf dem Jakobsweg), nicht zu Fuß unterwegs zu sein und die Meseta in drei Tagen hinter mich zu bringen. Aber Wunder über Wunder: Im Mai ist die Meseta wunderschön!

 

Dazu kommt noch Rückenwind, meist Sonne, eine echte Burg und eine urige Pilgerherberge als Unterkünfte, ein Blumenmeer zwischen den hoch stehenden Weizenfeldern und gutes Essen.

 

Uns hat die Meseta gefallen. Und wir flogen gut gelaunt mit Rückenwind durch des Pilgers Alptraum.

Dennoch sind wir uns einig: Zu Fuß würden wir diesen Abschnitt nicht laufen wollen. Auf dem Rad: Wonnemonat Mai! Da können auch zwei heftige Gewitter kurz vor León nichts daran ändern!

In León dann der verdiente Ruhetag!

Es hügelt

Bohème Camino – Mit dem Rad von Prag zum Kap Finisterre

Wein für alle! Alle Pilger, zu Fuß oder auf zwei Rädern. So wie sich hier am Vormittag die Pilger an der berühmten Weinquelle drängen (100 Liter pro Tag, dass ist das Versprechen, dass das Kloster der Winzerei für die Überlassung des Weinberges abgenommen hat), schauen die meisten Pilger gegen Mittag schon in die Röhre beziehungsweise den Zapfhahn, der zu allem Überfluss auch noch schlecht zu schließen ist und Überdruck hat.

Trotzdem, nette Geste, der wir fröhnen (in kleinen Mengen natürlich!)

 

Nach dem morgendlichen Umtrunk geht es dann zwei Tage über eine weite Hügellandschaft über Logroño und Santo Domingo de la Calzada nach Burgos. Das ist meist schön, die Straßen sind leer und die nicht-asphaltierten Wege gut zu fahren. Immer mal wieder kreuzen wir den Wanderweg, treffen den einen oder den anderen Pilger wieder. Die Ausfahrt aus Logroño ist gewohnt gut erschlossen und die N-120 zwischen Villafranca Montes de Oca und kurz vor Burgos bringt mich, die Gruppe und mit uns alle anderen Pilger, ob auf dem Rad oder zu Fuß zur Verzweiflung. Es kann doch nicht so schwer sein, dieses Stück endlich einmal zu entschärfen, damit man danach nicht mit zitternden Händen und Tinitus in Burgos ankommt. Oder ist das Teil der Prüfung, den die Pilger auf dem Weg nach Santiago zu bestehen haben? Wie auch immer: Diese 20 Kilometer bleiben in Erinnerung.

Die Einfahrt nach Burgos dann aber durch Feuchtgebiet und Park sehr entspannt, gut ausgebauter Radweg bis ans Hotel.

Nach drei Tagen Hügellandschaft, einem Hühnerwunder, einer schuckligen Pilgerherberge mit dem heiseren Wirt, der dann auch noch singt beim Frühstück, allerlei Kirchen auf Programm und am Wegesrad und einer Fahrt auf der historischen Via Romana ruft der Ruhetag.

Und welche Stadt wäre da besser geeignet als Burgos, mein persönlicher Liebling auf dem Camino (Christoph tendiert da eher zu Leon!)

The Way

Bohème Camino – Mit dem Rad von Prag zum Kap Finisterre

„Buen Camino“!

Die vielen Pilger sind nicht zu übersehen, hier am Ortsausgang von Pamplona. Auch unsere Strecke führt erst einmal über den Jakobsweg. Wir sind sozusagen Radpilger, und froh darum. Einhelliger Tenor: Laufen wollten wir den Camino nicht. Auch nicht an diesem Sahnetag, den wir erwischt haben. Für mich ist es der erste Alto del Perdòn, den ich nicht bei eiskaltem Wind und bedeckt erlebe.

Gruppenfoto!

Gruppe auf dem Alto

Eine gehörige Portion Geschichte, Religion und Kultur wartet auch noch auf uns, wir besichtigen die romanische Santa María de Eunate (waren es jetzt die Templer, oder doch ein anderer Orden?), bestaunen das Y-förmige Kreuz in der Iglesia del Crucifijo und fahren über die historische Puente de la Reina (vorher gibt es noch einen Espresso). Apropos Kulinarik: Das Picknick war mit das Schönste auf der Tour!

Nach all den Wetterkapriolen tut ein sonniger Tag mit Rückenwind auch mal gut. Ganz ohne Anstrengung ist der Tag dann doch nicht, Richtung Estrella und Ayegui, unserem Übernachtungsort, geht es noch einmal ordentlich nach oben. Das viel gelobte Restaurant hat heute geschlossene Gesellschaft, Spanier aus Dortmund, deren Kinder die Erstkommunion feiern (und die Wahldortmunder den Sieg über Augsburg, den wir gemeinsam auf Christophs Tablet schauen, dem Mann mit den vielen Sportaccounts).

Essen haben wir dann auch noch an der Bar des Hotels und in Christophs Kühlschrank gefunden.

Bohème Camino!

Gut ein Jahr ist es her, dass Christoph und ich im Café Iruña auf dem Plaza del Castillo in Pamplona, Hemmingways Stammkneipe, saßen und die Gedanken durch ein paar Kaltgetränke schweifen ließen.

Jetzt haben wir den Traum von der Radreise Prag – Kap Finisterre verwirklicht. Da kann man schon einmal ein Erinnerungsfoto machen!

hdr