Tropenwaldpfade, Skorpione, Rotwild, Stachelschweine, Fledermäuse, Varane, Affen und weißer Strand

Wanderung im Naturpark Pangandaran am 332. Radweltreisetag, tropisch-winterlich schwülheiß bei > 30 °C

Endlich mal wieder ausschlafen. 🙂 Das in den letzten Tagen angestaute Schlafdefizit war recht groß geworden. Dazu ist ein Städtchen am Meer ein prima Ort. Das Meer ist zwar ein paar Gehminuten vom netten Familienhotel entfernt, aber für die Schwimmlustigen gut erreichbar.
Das „Pondog WAYANG“ ist ja so ein typisches Radweltreisemehralseinenachthotel. Gehobene Backpackerhostelklasse, Duschkopf schräg über der Keramik und nur normales umweltwarmes Duschwasser – naja, alles relativ, bei Umgebungstemperaturen von 25° C und höher – da wäre ein Durchlauferhitzer fast dekadenter Luxus. 😉
Das notier ich hier bewußt nach inzwischen mehrmonatiger Erfahrung.

„Pangandaran ist ein Bade- und Fischerort an der Südküste Javas und gehört zur Provinz Jawa Barat. Er wird hauptsächlich von Javanern aus Bandung oder Yogyakarta u.a. zum Surfen besucht, ist aber auch ein beliebtes Ziel internationaler Rucksacktouristen. Der Ort liegt auf einer Halbinsel, die im Süden durch einen kleinen Nationalpark begrenzt wird.
Pangandaran wurde am 17. Juli 2006 von einem Tsunami nach einem Erdbeben vor der Insel Java stark zerstört. Das Beben hatte eine Stärke von 7,7 und sein Zentrum 180 km vor der Küste Pangandarans. Bis zu 3,3 Meter hohe Wellen rollten auf die Küste zu.“
[https://www.pangandaran.org/home.html; https://de.wikipedia.org/wiki/Pangandaran; https://en.wikipedia.org/wiki/Pangandaran; https://de.wikivoyage.org/wiki/Pangandaran; https://www.tripadvisor.de/Attraction_Review-g1137814-d2307700-Reviews-Pangandaran_National_Park-Pangandaran_West_Java_Java.html]

Davon ist zum Glück heute nichts mehr zu sehen, außer größeren Stücken abgestorbener Korallen am Strand.
Hier ist auch der einzige längere weiße Strand auf Java, der zum Baden geeignet ist! Auf den übrigen hunderten Kilometern Strand sind die Strömungen so stark, daß man(n) aufs Meer hinaus gezogen wird und dann ohne Hilfe keine Chance hat, zurück zum Ufer zu gelangen. Jedes Jahr holt sich das Meer einige, die das nicht wahrhaben wollten, erfahren wir.
Wir erfahren und lernen aber noch viel viel mehr auf unserer fast vierstündigen Wanderung dank unserer sach- und fachkundigen Begleiter Kurrt (ich schreib es so, wie er sich vorstellte; seinen vollen Namen konnte sich keine/r merken …) und Toto, die beide sogar ein wenig deutsch sprechen. Kurrt hatte eine Zeit lang sogar in Deutschland gearbeitet.
Sie holen uns nach dem langen Frühstück im Hotel ab (Die Küche lieferte den 12. Teller Tost & Spiegelei erst 45 Minuten nach dem ersten.) und wir fahren zum öffentlichen Teil des Naturparks. Der größte Teil davon (mehrere hundert ha) ist für Besucher gesperrt.
Kurz nach dem Eingang begrüßt uns Rotwild und läßt sich nach kurzer Skepsis doch auf das dargebotene Futter ein.

Auf unserem Weg durch eine Höhle (wohl vor langer langer Zeit vom damals höheren gelegenen Meer „geschaffen“) und durch ein Stückchen des öffentlich zugänglichen Tropenwaldes lernen wir eine Menge interessantes über die Tiere, die Bäume (viel Teak!) und die Pflanzenwelt um uns herum. Bei den drollig anzusehenden Affen um uns herum beschleicht mich ein wenig ZOO-Gefühl, nur andersrum, d.h die Affenbande „bestaunt“ uns. Die Affen sind friedlich aber man sollte trotzdem auf seine Klamotten aufpassen und schon gar nicht vor ihren Augen in Rucksack oder Tasche kramen …

Ein Blickfang neben den Wellen und dem Wasser am „weißen Strand“ ist ein nicht gerade kleines Fischerboot, welches illegalen Fischfang betrieb und dessen Motor 2015 gesprengt wurde. Jedenfalls nehme ich an, daß es selbiges ist, denn seid dem Tsunami wird es wohl auch nicht da herumliegen.
Ein Teil der Gruppe blieb dann nach dem Rundweg noch am Strand zum Baden (und evtl. auch Schnorcheln), der andere hängte die Wander-T-Shirts und -Shorts gleich nach der Rückkehr zum Trocknen im Hotel auf. Die vom Waldboden und Wasserwaten wieder sauber gespülten Schuhe bekamen ein sonniges Plätzchen, damit sie abends hoffentlich wieder verpackt werden können.

Nachmittags blieb noch Zeit für einen Bummel rund ums Hotel und an den zahlreichen anderen Hotels vorbei. Die Vogelschau war echt sehenswert und die Juroren waren zahlreich am notieren und punkten.
Zu gern hätte ich erfahren, was der Palmenkletterer da tat, aber die Sprachbarriere war dagegen. Die Nüsse ließ er alle oben hängen. Der drahtige kleine Mann stieg direkt aus seinen Floppys am Stamm hoch und runter wieder direkt in die Latschen hinein. Chapeau!

Den Tagesausklang hatten wir dann wieder in großer Runde in einem lokalen Restaurant bei leckerem Essen und einem Bierchen – so ein Touri-Ort ist nicht ganz so streng muslimisch – oder doch? Der Wettergott, also der eine für alles hier zuständige, den hier 90% aller Gläubigen favorisieren, ließ jedenfalls noch während des Abendmahls einen dauerhaft dichten Regenvorhang auf die Stadt fallen …

Ruhetags-Bilderbuch auf:

 

 

Ans Meer

331. Radweltreisetag, schön!

Drei Tage in Indonesien unterwegs und nie haben wir es geschafft mit dem Rad im Hotel anzukommen. Heute neue Strategie, die ersten 35 Km nehmen wir den Bus. Dadurch verlieren wir am Morgen keine Zeit im Bus und auch nicht durch ein Aufstieg, welcher moderater gewesen wäre. Trotzdem wir nehmen den Bus.

Oben in den Bergen: Dschungel, Reisfelder und Landleben. Die ersten Kilometer kommen wir trotz tendenzieller Abfahrt kaum voran, für die ersten 20 Km brauchen wir zwei Stunden. Dann bald Mittagessen, Nudelsuppe mit Huhn oder Fleischklößchen. Danach kommen wir unterbrochen von gelegentlichen Fotostopps besser voran. Die Landschaft ist wieder wunderschön und es ist schwer sich satt zu sehen.

Auch nachdem wir wieder auf der Hauptstraße sind tut das der Schönheit der Landschaft keinen Abbruch. Gegen 17:00 Uhr schaffen wir es zum ersten Mal per Rad und ohne Regen im Hotel anzukommen. Der Regen kam dann dafür nachts und umso heftiger.

Bandung – Tasikmalaya

330. Radweltreisetag, wieder lieblich, dann nass

Wieder früh auf, wieder liegt eine lange Strecke mit vielen Höhenmetern und Kilometern vor uns. Nach 15 – 20 Kilometren sind wir wirklich aus der Stadt raus und es wird schöner. Dann kommen aber auch die Steigungen. Die Steigungen werden von steil zu sportlich zu unfahrbar. Ein Teil der Gruppe gibt auf und nimmt den Bus, der andere schiebt. Auf halber Höhe warten wir.

Nach einer Weile erfahren wir, dass sich der Bus im Straßengraben versenkt hat und nicht mehr ohne fremde Hilfe heraus kommt. Der enthusiastische Teil der Gruppe nimmt den zweiten Teil des Anstiegs in Angriff, der ist wieder fahrbar. Oben angekommen erreicht uns auch der Bus wieder, ein schwerer Lastwagen hat ihn herausgezogen und gemeinsam genießen wir die Abfahrt nach Garut.

Der zweite kürzere Anstieg führt uns weg von der Hauptstraße in eine wunderschöne Landschaft von Reisterassen und kleinen Dörfern. Die Straße wird klein und kleiner, der Bus kann uns nicht mehr folgen. Mit dem Bus machen wir ab, dass wir uns im nächsten Ort wieder treffen. Ich folge der Straße mit GPS, verpasse die Abzweigung fahre wieder zurück und stehe vor einem steilen Wanderweg durch den Lauch. Es ist klar hier kommen wir nicht rauf. Also zurück auf die falsche Straße mit der Hoffnung, dass wir die Straße mit dem Bus wieder finden. Die Straße windet sich aber immer weiter höher den Berg hoch, wunderschöne Landschaft, aber falsch! Nach einigen Telefonaten und fragen bei Einheimischen wird klar: wir sind falsch und der Weg zum Bus über den Berg wäre zu weit. Dazu wird es wie immer gegen Ende Nachmittag immer dunkler. Wir beschließen umzukehren und dorthin zu fahren, wo sich zuletzt unsere Wege trennten. Leider fängt der Regen fast sofort an und wir kommen in den Genuss eines indonesischen Landregens. Die Straße ist durch den Regen fast zu rutschig, so dass wir die Räder am steilen Berg mit schieben kaum hoch bekommen. Gegen 18 Uhr kommt der Bus und wir erreichen ein weiteres Mal das Hotel in der Nacht per Bus.


Nach Bandung

329. Radweltreisetag, Cibodas – Bandung, Erst lieblich, dann Sintflut

Frühmorgens erkannten wir genauer, wo wir gestern Nacht gelandet waren. Eine „gated community“ in den Bergen. In vielen Ländern mit großer Armut gibt es das. Eingezäunte und bewachte Siedlungen mit allem Luxus. Zutritt hat nur, wer dort wohnt oder dort auf Besuch ist. Wie eine andere Welt. Kein Unrat, keine Armut, nichts ist zu sehen dass an Indonesien erinnert, nur eine ruhige schmucke Nachbarschaft mit mehr oder weniger geschmackvollen Villen. Zu viel Geld schützt offenbar doch nicht vor schlechtem Geschmack. Kaum haben wir Richvillage verlassen, kehrt der Lärm und das Chaos von Indonesien zurück.

Cibodas, oder Punjak (Pass auf Indonesisch) wie es in Indonesien oft genannt wird, ist bei den Bewohnern von Jakarta sehr beliebt. Durch seine Höhe (1.200 müM) ist das Klima hier fast kühl, auf jeden Fall eine angenehme Erfrischung nach der drückenden Hitze und der schlechten Luft in Jakarta. Die Berge sind aber auch für den vielen Regen verantwortlich. Die fruchtbare Vulkanerde und das Klima haben die Gegend auch in einen Garten Eden verwandelt, der Markt ist übervoll mit Früchten und Gemüse.

Durch diese liebliche Landschaft fahren wir auf Nebenstraßen Richtung Bandung. Es geht abwärts, aber die Straße ist zu schmal und nicht gut genug für eine Schussfahrt. Bald macht sich der Verlust von Höhe auch wieder mit zunehmender Hitze und Schwüle bemerkbar. Nach dem Mittagessen nimmt die Thermodynamik ihren Lauf und der Himmel färbt sich Dunkelgrau, 15:30 Uhr und noch über 50 Km zu fahren.

Ich stoppe die Begleitfahrzeuge und erkläre den Teilnehmern, dass wir jetzt versuchen alle Räder auf den Truck zu bringen, aber dafür die Vorderräder abgenommen und die Lenker quer gestellt werden müssen. Einige Teilnehmer sind nicht einverstanden, würden noch gerne weiter radeln, fügen sich aber. 30 Minuten später sind alle Räder aufgeladen, wir im Bus und der Regen beginnt. Anfänglich noch schwach, dann aber stärker bis die Straße unter einem Strom Wasser verschwindet. Wir pflügen uns durch Wasser und Verkehr und erreichen Bandung schließlich fast vor Einbruch der Dunkelheit.



Rappel, rappel, rumms, rumms, schaukel, schaukel

Ein Beitrag von Eckart Tardeck zum 328. Radweltreisetag auf dem Weg von Jakarta nach Cipoda, erst winterlich heiß dann Gewitter mit heftigem Dauerregen, spätabends stockduster

Bei der Ausfahrt von Jakarta hatte ich mich in den Bus verkrochen. Wie schon in meinem letzten Blog angemerkt, fahre ich nicht in den Großstädten getreu dem Motto: Am Auspuff schnuppern ist mir zuwider. Zudem war eine lange Strecke mit vielen Steigungen und mit ca. zwei Kilometern kaputter Straße angesagt (vor zwei Jahren war das wohl so gewesen …). Ferner hatte der Wetterbericht für den Nachmittag Regen vorausgesagt. Nichts um einen „pria tua “ (alten Mann) aus dem Sessel, ach nein, aufs Fahrrad zu locken.

So wurden wir Schwachradfahrer zum Hotel in Clanjur per Bus vorgeschickt, damit später die restliche Gruppe im Bus Platz hat. Die Steigungen, die sich der Bus rauf quälen musste, fand ich atemberaubend steil. Hätte ich nicht geschafft musste ich mir eingestehen. Unsere Ankunft in der Unterkunft hatte ich mir so um fünf Uhr gedacht. Genug Zeit, um die anderen noch im Hellen abzuholen. Aber es kam gaaaanz anders. Erst wurde die Straße schlechter. Tiefe Löcher zwangen den Fahrer zum Kurven um im Schneckentempo in die unumgehbaren Löcher zu plumpsen. Dann war auch kein Straßenbelag mehr erkennbar. Wir fuhren auf dem Untergrund der Straße. Rappel, rappel, rumms, rumms, schaukel, schaukel. Nicht lange und der Untergrund wurde mit Matsch verdeckt mit tiefen Reifenspuren. Ich wähnte mich in Afrika auf einer Schlammpiste. Doch nicht genug. Große Seen mit unergründbarer Tiefe verdeckten den Straßenverlauf. Erstaunlich, Angler konnte ich keine entdecken.

Kurz: Wir kamen erst zum Sonnenuntergang in der Unterkunft an. Die Rückfahrt der Wagen zu den Wartenden dauerte dann wieder entsprechend lange, so dass die restliche Truppe erst kurz vor Mitternacht ankam. Aber, es gab endlich mal wieder Schmutzbier bei der Ankunft. Ein kleines Lädchen im Ort hatte sowas im Angebot gehabt.

So kann man denn mit kleinen Sachen den Radelfahrern Freude machen. Und sei es um Mitternacht.

In alter Müdigkeit
Eckart

Hier noch meine Wegaufzeichnung als Zugabe.
Peter

Raus aus 29 Mio Menschen ( Jakarta Metropolregion)

328. Radweltreisetag, Jakarta – Cibodas, from heavy traffic to heavy rain

Die meisten der Gruppe entschieden aus Jakarta per Rad auszufahren. Nach einer schönen Dämmerung verließen wir das Hotel früh, doch anders wie in Malaysia war schon sehr viel los auf den Straßen. Nach einigen Kilometern fuhren wir zeitweise sogar auf einem Radweg, leider etwas unpraktisch, dass wir bei jeder Kreuzung die Räder über eine Barriere heben mussten. Gerechnet hatte ich damit, dass der Verkehr nach 25 Km ruhiger wird. Das stimmte, aber richtig ruhig wurde es erst als wir den Aufstieg nach Cibodas nahmen, also nach 40 Km. Der Verkehr, die und das Problemchen bei den Rädern verhinderten, dass wir schnell voran kamen. Ab dem Aufstieg war es wirklich ruhig und idyllisch. Der Himmel wurde aber wie dunkler und wir hatten immer noch mehr wie 25 Km vor uns. Der Truck schien nicht groß genug um alle Fahrräder aufzuladen. Um 15:30 entschied ich den ersten Teil der Gruppe per Bus in unsere Unterkunft zu schicken und später uns abzuholen, es lagen bloß noch 25 km vor uns.

Leider hatten wir wenig Zeit die Schönheit der Landschaft zu genießen. Bald zog sich der Himmel zu und ein tropischer Regen brach über uns. Nach einer kurzen Regenpause schafften wir noch ein paar Höhenmeter, doch dann fing es erneut an zu regnen. Jetzt aber noch stärker, bald wurde es auch dunkel und nach einigem Blitz und Donner wurde es ganz Dunkel, der Blitz erwischte die Stromversorgung, wir saßen zwar im trockenen aber es war zappenduster. Ab und zu passierte ein Auto und wir konnten beobachten, wie die Sintflut immer höher wurde. Gegen 19 Uhr bekam ich die Meldung, dass der Bus mit dem ersten Teil der Gruppe in der Unterkunft angekommen ist. Über zwei Stunden für 25 Kilometer? Eckhard meinte die Straße sei schlecht. An einem Straßenstand hatten wir bei Kerzenlicht Tee und indonesische Pfannkuchen. Die Pfannkuchen (Martabak) sind mit Erdnüssen, Kondensmilch und Schokostreusel gefüllt, gefühlte 10’000 Kalorien pro 100 Gramm. Stunden später kam der Bus und brachte uns in unsere Unterkunft. Die Straße war nicht nur schlecht, nein sie war kaum mehr vorhanden. Die Schlaglöcher dieser „Straße“ müssten problemlos vom Mond aus gesehen werden. Die Stimmung der Gruppe schwankte zwischen entsetzen und einem hysterischen Lachen. Um 23:30 erreichten wir erschöpft aber glücklich unsere Unterkunft in Cibodas.

Kleine Hafenrundfahrt, amüsante Bluebird-Erfahrungen und Vogelperspektiven

Bilderbuch vom Ausflug zum Sunda Kelapa Harbor im Norden Jakartas am 327. Radweltreisetag u.v.a.m., winterlich-heiße Gewitterstimmung bis 30° C

Kurzer Rückblick auf die Höhepunkte von gestern:

„Jakarta hat mehrere Seehäfen, unter anderem den auch touristisch interessanten Alten Hafen namens Kelapa Sunda, in dem hölzerne Frachter aus dem gesamten Archipel ihre Waren umschlagen, und den modernen Hafen Tanjung Priok, in dem die Pelni-Schiffe Passagier- und RoRo-Verbindungen zu den wichtigsten Seehäfen Indonesiens herstellen. Daneben gibt es westlich von Kelapa Sunda noch einen größeren Fischereihafen. “
[https://de.wikipedia.org/wiki/Jakarta]

Der Sunda Kelapa Harbor wird auf dem Stadtplan sogar an oberster Stelle (weil „oben“ im Norden) sowie in der Liste der „Places of Interests“ empfohlen und da war ja gestern auch noch der Hinweis unseres Begleiters in der Moschee, dort hinzufahren. Nehmt den Bus, war sein Rat, denn das sind mehr als 4 km. Könnte stimmen – Luftlinie gemessen. Welcher Bus fährt denn dahin und von wo und wie geht das mit den Busttickets? Die freundlichen jungen Leute an der Hotelrezeption lächeln uns ratlos an. Das hatte wohl bisher noch niemand gefragt …
Zumindest wird klar, daß man(n) direkt im Bus keine Fahrkarten kaufen kann, jedoch in einem der Ticket-Center. OK, das nächste ist laut Stadtplan mindestens einen Kilometer vom Hotel entfernt und dort wisse bestimmt jemand, wo dann die nächste Bushaltestelle ist.
Was nun? Richtig. Wir nehmen – heute zu fünft – ein Bluebird-Taxi, von denen immer welche vorm Hotel bereit stehen. Ein richtig großes Unternehmen mit kraftvollem Marketing, z.B. hier: https://www.bluebirdgroup.com/
„Fixed Price … New feature that makes it easy for you to know the price of travel from the start with a flat rate.

We want to our customer to experience their best trip with us, so enjoy the utmost benefit from riding with us.“
Also dann. Der nette Taxifahrer kann erst mal mit unserem Ziel nichts anfangen, aber hier hilft wieder „The Map of Jakarta“. Los geht’s.
„120.000“, sagt er. – „Why? Please start your taxameter and then we will see …“ Er schaltet ihn ein, aber offensichtlich nicht gern und er ist auch nicht begeistert, daß wir die Fahrt auf dem Stadtplan mit verfolgen. „That’s the Shopping Center on the left site“ – „Ya ya“. Rasant kurven wir durchs Verkehrsgewühl, scheuchen Motorradfahrerschwärme auseinander, telefonieren minutenlang mit Frau und Sohn zu Hause und kommen dann wirklich in Hafennähe an. Auf dem Taxameter werden 47.090 Indonesische Rupiah (IDR) angezeigt. Alles klar, hier sind 50.000 und thank you very much. Er hält die andere Hand hin und verlangt nochmal 50.000. „Oh no my friend, let’s press this little button here and print the receipt. Thanks a lot and have a nice day, bye bye.“ Das war leider nicht der Beginn einer Freundschaft. 🙁
Lesson learned: Auch unter sonst blauen Vögeln gibt es schwarze.
Zwei Kurven weiter haben wir dann schließlich den Alten Hafen gefunden und schauen uns überrascht und neugierig um. Ey, das ist kein Schiffs-Friedhof. Die vielen Schiffe in ihrer einmaligen Bauart und ihrem sehr differenzierten Zustand sind fast alle noch im Einsatz. Dazwischen werben kleine Kapitäne mit kleineren Booten für eine Hafenrundfahrt. Einer macht schließlich das Geschäft für – richtig – 50.000.
Mit so runden Zahlen rechnet sich’s halt leicht. Auf dem Rückweg vom Hafenbecken stoppt er sogar noch an einem der Schiffe, das wir uns näher ansehen dürfen. Die Männer an Bord haben eine Menge Arbeit, aber keine Eile und natürlich Zeit für Fotos (sie mit ihren Smartphones und wir mit unseren Kameras). Hat uns großen Spaß gemacht. Der Ausflug hat sich gelohnt. Lust, zurück zu wandern hat aber trotzdem keine(r) von uns, also wieder ein Taxi suchen. An der nächsten belebten Kreuzung kreuzt eins von Bluebird unseren Weg und bringt uns zum Hotel. Auf dem Taxameter stehen 32.600 IDR. Hatten wir etwa Rückenwind? Schaut euch den Track unten an. Rechts die Hinfahrt, links die Rückfahrt. Es gibt halt viele Straßen in Jakarta. 😉
Übrigens, weil wir’s schon zweimal geübt hatten, der zweite Taxifahrer hat auch 50.000 bekommen. Ohne Quittung. 🙂

Andres hatte so interessante Fotos vom „Hoteldach“ gemacht. Ich bin deshalb auch da hinauf gestiegen. Über die Treppe, denn der Fahrstuhl hält da oben nicht. Ist noch alles Baustelle. Die Fernsicht war ein wenig gewittrig, aber trotzdem sehr schön.
Geht man(n) von der Fahrstuhlknopfleiste aus, hat das Hotel 35 Stockwerke plus eine Treppe nach oben auf’s Dach. Wenn jede Etage ca. 2,50 m hoch ist, dann dürfte der Blick von ganz oben aus etwa 90 m Höhe sein. Das ist doch ein kleiner Ersatz für die ausgelassene 115-m-Plattform des Nationaldenkmals, oder?

Abends war dann unsere neue Radelrunde fast komplett in traditioneller indonesischer Restaurandumgebung versammelt. Astrid mußte leider wegen ihrer Erkältung etwas früher ins Bett.

Morgen erwarten uns zwei Radelhighlights: Die Ausfahrt aus Jakarta und die Rampen kurz vorm Ziel. Also los!

Blick vom Dach

326. Radweltreisetag, Jakarta by nite, nass

Heute heißt es sich um die Fahrräder kümmern. Wollte eigentlich den Lokal Guide im Büro treffen, bis ich gemerkt habe, dass das Büro in South-Jakarta ist, also 29km südlich durch das Chaos von Jakarta. Dann habe ich eine andere Lösung gesucht. Am Nachmittag sind wir in X Fahrradgeschäften gewesen und haben die fehlende Ersatzteile gesucht und gefunden.

Bald sind auch die letzten Teilnehmer hier angekommen und übermorgen kann’s dann losgehen von Jakarta nach Bali. Abends Nachtessen im Hotel (ein Wolkenkratzer mit undefinierbarer Stockzahl), in Asien gibt keine 4. Etagen, die 4 ist bei den Chinesen eine Unglückszahl, somit wird die 4. Etage zur 5. oder sie heißt 3A. Zuoberst auf dem Dach ca. 35. Etage ist die Aussicht besonders bei Nacht fantastisch.

Masjid, Kathedrale und Monas – hin und zurück

Bilderbuch vom ersten Stadtbummel durch Jakarta am 326. Radweltreisetag, winterlich-schwül-warm bis 30° C

Zwei Tage Zeit für so eine Riesenstadt. Wie nutzen wir die optimal?
Stadtplan beschaffen, Standort bestimmen, TripAdvisor befragen und los. Erst mal zu Fuß. Bei evtl. Bedarf sind jede Menge TuckTucks und Taxis jederzeit in Sichtweite. Astrid bleibt ausnahmsweise mit ihrem heiseren Hals und dem kleinen HustenSchnupfen (wahrscheinlich ein „Andenken“ an die nicht abschaltbare Klimaanlage im MONO) im Hotel und wir brechen als Trio in die nähere Umgebung auf. Näher ist in Jakarta relativer, als anderswo. Von oben (wir residieren im 33. Stock) sieht manches nicht gar so weit aus. Unten zieht sich’s hin. Ein Fluß muß überquert werden und die Brücke ist ein wenig weiter weg, die Füßgängerbrücke über die stark befahrene Straße muß auch erst entdeckt und erlaufen werden … Zum sportlichen Risiko, die breiten Straßen selbst am „Zebrastreifen“ sicher zu überqueren, sag ich mal lieber nichts.
Wichtige Areale sind umzäunt, über 2 Meter hoch, haben aber viele Tore, von denen jedoch nur eins wirklich offen und passierbar ist. So kamen Schrit für Schritt die unten addierten 10 km zusammen.

„Jakarta (bis zur indonesischen Rechtschreibreform von 1972 Djakarta geschrieben) ist die Hauptstadt der Republik Indonesien. Mit 9,58 Millionen Einwohnern (2010) in der eigentlichen Stadt ist sie die größte Stadt Südostasiens und mit etwa 30 Millionen Einwohnern (2014) in der Metropolregion Jabodetabek der zweitgrößte Ballungsraum weltweit. Die Hauptstadt hat den Status einer Provinz und wird von einem Gouverneur regiert. Offiziell wird die Stadt unter Daerah Khusus Ibu Kota Jakarta (Besondere Hauptstadtregion Jakarta) aufgeführt.
Jakarta ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes sowie Verkehrsknotenpunkt mit Universitäten, Hochschulen, Theatern und Museen. Die Bevölkerung der Stadt ist von vielfältiger Herkunft, so leben in ihr Menschen malaiischer, arabischer, indischer, niederländischer und chinesischer Abstammung.“

Relativ schnell haben wir eine gewaltig große Moschee erreicht: Masjid Istiqlal, „aus weißem Marmor und deutschem Stahl bietet Platz für 120.000 Gläubige. Der riesige, moderne Kuppelbau befindet sich zwischen Medan Merdeka und Lapangan Banteng. Die Moschee, entworfen von dem katholischen Architekten Silaban, wurde 1961 unter Sukarno fertiggestellt. Mit diesem Bauwerk verfügt Jakarta nach Istanbul (Sultan-Ahmet-Moschee) über die zweitgrößte Moschee der Welt.“ Der Hautgebetssaal hat allein 6000 Plätze. Alle verfügbaren Gebetsplätze werden mindestens zweimal im Jahr auch voll besetzt, erfahren wir von unserem freundlichen Begleiter, der uns beim Rundgang viel interessantes erzählt und spontan „oh my god“ ausruft (welchen wird er wohl gemeint haben?), als er die Antworten auf unser Alter erfährt. Daß wir mit dem Fahrrad bis Bali weiterreisen werden, „glaubt“ er uns dann aber auch, glauben wir …
Er und wir hatten viel Spaß bei den „Gruppenfotos“. Sicher hatte er auch in weiser Voraussicht die schönsten Gewänder für uns herausgesucht, damit wir „inside properly dressed“ sind. 😉
Auf unsere Frage, was wir denn noch an sehenswertem in der Umgebung besuchen sollten, empiehlt er uns die katholische Kathedrale gegenüber, natürlich das Nationale Monument und den alten Hafen, der aber 5-6 km von hier entfernt ist – ein Ziel für morgen!

Die ehrwürdige neo-gothische katholische Gereja Kathedrale wurde 1900 zu Kolonialzeiten von einem Ir. M. J. Hulswit mit einigen indonesischen Einflüssen „erbaut“. Ihre 77 Meter hohen Türme wurden aus Teakholz errichtet, denn die frühere Kathedrale aus dem Jahre 1833 war 1880 unter dem Gewicht der Türme zusammengebrochen.“
Auch heute waren dort schwindelfreie Experten hochoben am Klettern und werkeln.

Richtig lang ist der Weg bis zum Unabhängigkeitsplatz mit dem Nationaldenkmal (Monas) in der Nähe des Präsidentenpalastes.
Der unendlich lange und sehr hohe Zaun drumherum ist tatsächlich nur an einer einzigen Stelle geöffnet. Alle anderen Tore sind geschlossen und eins sogar mit Stacheldraht „versiegelt“. Das war aber nicht schon immer so. „Anfang des 19. Jahrhunderts waren die meisten Verwaltungsgebäude aus der verseuchten Altstadt in das neue Batavia rings um den Koningsplein umgesiedelt worden. Heute überragt den etwa ein Quadratkilometer großen Unabhängigkeitsplatz (Merdekaplatz) in der Mitte unübersehbar das 132 Meter hohe Prunkstück der Denkmalkunst Sukarnos, das Nationaldenkmal (Monas) mit seiner Flamme, die mit 35 Kilogramm Gold überzogen ist. Die Aussichtsplattform befindet sich in 115 Meter Höhe.“
Wir haben uns einen frischen Trunk gekauft und sind ohne Turmbesteigung weitergezogen. Eckart mit einem TuckTuck, Meike und ich weiter zu Fuß.
[https://de.wikipedia.org/wiki/Jakarta]

Zum Abendessen saßen wir dann schon zu neunt um den Tisch gegenüber vom Swimmingpool, labten und erfrischten uns während draußen wieder der Abendgewitterregen rauschte. Wenn die neue Radeltruppe vollzählig ist, erfahrt ihr mehr über uns.

Bilderbuch auf: