Jede Menge Beziehungen nur nicht zu Petrus

Tag 167 der Weltreise: 108 km Fahrt von Pingli nach Zhenping bei Regen

Der Quoten-Regentag von gestern scheint sich zu einem Dauerzustand auszuwachsen. Als ich heute morgen aus dem Fenster schaue regnet es noch immer. Nach dem Frühstück regnet es noch immer. Wir steigen auf die Räder und es regnet noch immer. Der Regen ist nicht stark, aber es nieselt unablässig.

Alle radeln mit und anfangs fühlt es sich eigentlich gar nicht so schlimm an. Durch den permanenten Anstieg ist einem warm, und als der Pass richtig los geht wird einem noch etwas wärmer, so dass der Regen fast eine erfrischende Wirkung hat. Am Pass oben passieren wir noch einen Tunnel und dann geht es rasant bergab. Hier rächt sich nun, dass wir doch ziemlich durchnässt den Pass hinauf gefahren sind. Bei der Abfahrt wird es barbarisch kalt. Die Gliedmaßen sind dermaßen kalt und steif, dass man kaum die Bremsen betätigen kann. Als wir nach rund 10 km Abfahrt ein Restaurant erreichen, bin ich so durchgefroren in den nassen Klamotten, dass ich am ganzen Leib zittere. Da bin ich allerdings nicht der einzige.

Die gebratenen Nudeln spenden wieder ein wenig Wärme und im Restaurant haben sie für uns Heizstrahler und Kohleöfen angefacht. Rudi und ich kauften uns in einem Laden im Ort trockene, todschicke Pullover um einigermaßen wieder warm zu werden. Den Rest erledigte der heiße Tee.

Nach dem Mittagessen ging die Abfahrt noch eine Weile weiter. Aber drei von uns stiegen in den Bus, da sie die nasse Kälte nicht länger ertrugen. Der Rest fuhr bis zum Ende durch. Die letzten 40 km waren wieder ein überwiegendes Bergauf mit ein paar Entspannungsmomenten, in denen es ein wenig abwärts ging. Zhenping, unser Zielort, entpuppte sich als ein zwar recht kleiner Ort (rund 60.000 Einwohner) aber erstaunlich belebt.

Das Abendessen hatte auch wieder eine skurrile Begebenheit. Die Polizistin, die ins Hotel kam um unsere Passe und Visa zu kontrollieren, hatte einen Restauranttipp für uns. Um sicher zu gehen dass wir es auch finden führte sie uns auch gleich hin. Und in der Tat hätte ich dieses Restaurant sicher nicht gefunden. Später nahm die Polizistin sogar höchst persönlich die Bestellung auf bevor sie sich verabschiedete. Die Chefin des Restaurants war höchstwahrscheinlich ihre Mutter oder zumindest eine Tante. So läuft das in China. Beziehungen sind alles.

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