Pfefferscharfe Fotoimpressionen aus Kampot

Bilderbuch am 263. Radweltreisetag in Kampot an einem sonnigen und heißen Dezembertag

Als ich meine Internetlieblingssuchmaschine (https://duckduckgo.com) auf die Suche nach Kampot schickte, empfahl sie neben den erwarteten URLs https://kampot-cambodia.com/ und https://de.wikipedia.org/wiki/Kampot auch ziemlich weit oben https://www.amazon.com/kampot-pepper/s?page=1&rh=i%3Aaps%2Ck%3Akampot%20pepper.
Na klar.

„Kâmpôt (Khmer IPA: [kɑmpot]) ist die Hauptstadt der gleichnamigen kambodschanischen Provinz. Hier leben heute rund 50.000 Einwohner.
Die Stadt liegt am Fluß Teuk Chhou (auch Prek Thom River genannt) am südlichsten Zipfel Kambodschas, kaum 30 km von der vietnamesischen Grenze entfernt. Mit dem Golf von Siam ist sie durch das 5 km lange versandete Delta des Teuk Chhou verbunden. Wenige Kilometer nordwestlich liegen die südlichen Ausläufer der Elefantenberge mit dem Bokor-Nationalpark, welcher auch als „Phnum Bokor National Park“ oder „Preah Monivong National Park“ bekannt ist.“
Zu diesem Nationalpark ist ein Teil unserer Gruppe heute morgen geradelt. Über 90 km hin und zurück plus mehr als 1000 Höhenmeter, also rauf und wieder runter.
Dazu hatte meinereiner aber keine Lust. Ich hatte aber Lust auf die Stadt, an deren nord-nordwestlichem Rand wir im „Natural Bungalows“ heute und morgen ruhetagen.

„Die Umgebung Kampots ist bekannt für die Produktion des besten Pfeffers der Region. Daneben gilt die Gegend als Hauptproduzent von Durian. Andere landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Reis, Rambutan, Grapefruit, Ananas und Mangosteen. Die Stadt besitzt einen Fischereihafen. Der einstige Handelshafen besitzt keine Bedeutung mehr. Im Osten der Stadt liegen ausgedehnte Meerwassersalinen zur Gewinnung von Meersalz.
Kampot wird von Touristen wegen seiner Lage in einer der schönsten Landschaften Kambodschas und wegen seines kolonialen Charmes geschätzt. Neben den Bergen des Bokor-Nationalparks und der Bokor Hill Station sind die ländliche Umgebung mit ihren Karstbergen und Höhlen sowie das nahegelegene einstige Seebad Kep (kennen wir ja schon) sehenswert. Die Stadt hat außerdem einen Zoologischen Garten.“
Wikitravel empfielt vor allem den Sonnenuntergang. 😉

Spätes Frühstück, Fahrradpflege (vor allem kiloweise Staub abwischen, locker gehuckelte Schräubchen nachziehen, Sattel fetten …) und dann los ins staubige Gewusel.

Durch Kampot fließt ein Fluß, so daß inzwischen 4 Brücken das Überqueren erleichtern.
Zuerst gab es die Alte Brücke. Sie könnte heute als strukturelles Symbol für spätkoloniale Verschleißerscheinungen stehen.
Die neue Brücke (eine „Süd-Korea-Cambodia Cooperation“), wenige hundert Meter von den „Natural Bungalows“ entfernt, wurde im Mai 2007 vom damaligen und heutigen Prime Minister Hun Sen eröffnet.
An der blaue-Wellen-„Skulptur“ steht geschrieben, daß es mit dem „The Project of Traffic Safety Enhancement …“, ebenfalls aus der Zusammenarbeit mit (Süd-)Korea, zusammenhängt. Budget: $320.000.000 !
Von der neuen aus ist die Eisenbahnbrücke (mit Fußweg) zu sehen und die vierte Brücke verbindet „the other side“ Kampots mit „the island on the other side“. Vielleicht krieg ich morgen Lust auf eine kleine Radtour dahin. Ein paar Wats gilt es obendrein zu besuchen.

Über die Alte Brücke führt die Straße wieder zurück in den Touristenteil der Stadt, sofern man(n) die endlosen Motorrad-und-Moped-Kolonnen überlebt. Hilfreicher Tipp: Alle entgegen kommenden frontal anlächeln! Die meisten lächeln garantiert zurück 🙂 und fahren einen kleinen Bogen um dich herum.

Mit den geschrieben Ansichtskarten das Postoffice gefunden, aber – Briefmarken nach Europa leider ausverkauft. „Komm‘ doch nach 14 Uhr wieder, dann hab ich wieder welche.“ Wir lächeln uns an. „Oder geh‘ doch 2 Straßen weiter zu Kepler’s Kampot Books. Die haben immer Briefmarken.“ Tatsächlich! „Jaja, der auf der Post ist andauernd ausverkauft, aber wir haben jederzeit Briefmarken. $1 pro Stück. Wieviel sollen es sein?“
Kambodscha ist ein freundliches und fröhliches Land und es gibt immer eine Lösung.

Mitten im Stadtbummel mault meine Kamera „Speicherkarte voll“ und um mich herum nur Pizza-Restaurants! Sonst reiht sich Vivo an appo an Sony an Huawei an Samsung, aber wenn mensch mal einen von denen dringend braucht …
Ein netter Nerd, der in seinem kleinen Shop hinter Stapeln von Festplatten und Platinen emsig an irgendwas herumlötete, konnte helfen. $15 Bußgeld, die SDXC-Reserven lagen und liegen im Koffer. 🙁
Die Riesen-Stinkefrucht-„Skulptur“ ist dann geruchlos auf dem neuen Chip gespeichert worden.
Ey, der Eisbecher im „Kampot Pie & Ice Cream Palace“ war echt lecker.

[https://www.rikitikitavi-kampot.com/sights-activities/architecture/, https://www.lonelyplanet.com/cambodia/south-coast/kampot, https://wikitravel.org/en/Kampot, https://www.wanderluststorytellers.com/things-to-do-in-kampot-and-kep-cambodia/]

Pfefferstadtbilderbuch auf:

 

Ein Kolonialschlösschen im Wandel der Zeit

263. Radweltreisetag, Tagesausflug zur Bokor Hill Station, Wetter: I’m walking on sunshine. OOOo… Oo Oo…

Die Bokor Hill Station ist eine von den Franzosen auf 1080 m Höhe errichtete Ferienanlage, die den Kolonialoffizieren mit ihren Familien Rückzug und gemäßigtes Klima bieten sollten. Für den Bau mussten rund 900 kambodschanische Zwangsarbeiter mit ihrem Leben dafür zahlen.

Das Prunkstück bildet das Hotel & Casino an einem Hang mit einer Aussicht, die seines Gleichen sucht.

So richtig gelohnt hat sich das Projekt aber nicht, denn rund 20 Jahre später sind die Kolonialherren auch schon wieder vertrieben worden. Ab den 70er Jahren übernahm die Rote Khmer die Gegend und Bokor Hill bleib bis in die 90er Jahre einer der letzten Hochburgen der Roten Khmer. An einigen Gebäuden in der Umgebung lässt sich noch gut die jüngere Geschichte dieses Ortes erahnen.

Mittlerweile haben Vietnamesen und Chinesen investiert und das Casino ist wieder komplett restauriert. Für läppische 300 USD pro Tag kann man hier auch wieder übernachten. Nächste Tour vielleicht?! Davon halten kann man was man will. Immerhin gibt’s hier oben wieder funktionierende Toiletten. Nur auf der Veranda sitzen und seine Lunchbox verzehren darf man nicht.

Der Weg hoch mit dem Rad war kein leichter, aber durch die neu ausgebaute Straße trotzdem gut zu meistern. Immer wieder tauchten Überreste der alten Strecke auf und insgeheim war man dann doch den Investoren dankbar dafür. Die Luft oben war angenehm kühl und man verstand nach den konstanten 33 Grad der letzten Tage schon warum es die Franzosen hierhergetrieben hat.

Wenn wir schon einmal oben waren, nahmen wir auch noch den Popokvil Wasserfall mit. Die Schweizer unter uns lachten natürlich über das Bächlein was hierunter plätschert. Dennoch eine schöne Kulisse in kühler dschungeliger Umgebung. In der Regenzeit bestimmt beeindruckend. Aber den Größen der Kantinen hier nach zu urteilen vielleicht auch ganz gut, dass wir in der Nebensaison hier sind.

Die tolle, knapp 25 km lange Abfahrt war dann der Lohn für die Arbeit. What goes up, must come down!