Ausrollen mit Pannen

Tag 214 der Radweltreise. 42 km bei bedecktem Wetter. Weniger als 500 Höhenmeter

Wir lassen uns Zeit am Morgen, geplant, und auch nicht geplant. Geplant war, Hans Bremsbeläge vor Abfahrt zu wechseln. Nicht geplant waren die beiden Platten, die über Nacht aufgetaucht waren. Auch nicht geplant war dann, dass kurz vor Jinghong noch Peter und Beat mit Platten aufwarten und Hans die Hälfte seines Schutzbleches verliert.

Nun, es wäre sonst auch ein ziemlich unspektakulärer Tag geworden. Wetter irgendwie nicht Fisch noch Fleisch. Ein bisschen flach, ein bisschen nach oben und eine recht lange Abfahrt nach Jinghong, die dann, da Baustelle, nicht so nett rollte, wie man das erwartet hätte.

Daher also Ankunft, nettes Mittagessen im Sichuan-Restaurant neben dem Hotel. Reperatureinheit und dann ein wenig Entspannen. Am Abend dann wieder nach Sichuan zum Essen, des Bieres wegen. Bier nach Deutscher Art vom Fass, unfiltriert, da können wir nicht nein sagen!

Aber auch das Essen war fantastische und die Gruppe kommt auf den letzten Metern China auch noch in den Genuss, einmal Frosch zu probieren.

Ein weiteres Etappenziel ist erreicht, Jinghong liegt am Mekong, dessen Grobrichtung wir die nächsten sechs Wochen folgen werden.

Täglich grüßt die Schlammsau

Tag 213 der Radweltreise, 111 km bei 1.800 Höhenmetern, ein Erdrutsch, zwei Waschanlagen und ein Wolkenbruch.

Der Morgen zeigt sich gnädig. Noch liegt Nebel über den Teeterrassen, aber es regnet nicht. Pünktlich um 8 Uhr hat es aufgehört. Gut so! Das Frühstück in unserer Museumsteeplantage hat einen gewissen Unterhaltungswert, da der Chef vom Dienst wie ein Wiener Oberkellner um uns herzumschawenzelt. Wohl’ns noch a Mantao? A Nudelsuppn? Konn I sonst noch etwas führ Sie tun?

Auf jeden Fall gut gesättigt gehen wir auf die vorletzte chinesische Königsetappe. Mit Schmackes geht es erst bergab, dann wieder recht zäh bergauf. Auf der Passhöhe steht das Schild, das auf einen Erdrutsch und die Straßensperrung nach Kilometer 14 hinweist. Da war die Gruppe aber schon auf der Abfahrt und vom Begleitauto hat man das homöopathisch große Schild sicher nicht gesehen.

Nun gut, mit dem Fahrrad kommt man überall durch!

Während ich der Gruppe hinterherjage, öffnet der Himmel alle Schleusen und kann auch nach 20 Minuten nicht dicht halten. Ich verlasse meinen Wellblechunterstand und treffe nach 5 Kilometern einen Teil meiner Gruppe, die sich auf der Terrasse eines Bauernhofes untergestellt hat. Der Bauer wir beim Blick aus dem Fenster seinen Augen nicht getraut haben. Eine Gruppee Gänse freut sich über das Regenende und watschelt laut schnatternd über die Straße. Und auch wir steigen auf. Die Vorhut, Xiao Luo, Jan, Peter und Hartmut hat den Erdrutsch schon erkundet. Jan und Xiao Luo haben schon eine Strategie und die haben wir dann auch angewendet. 80 Meter durch den Wald und 80 Meter durch den Schlamm. Klingt einfacher, als es ist. Aber nach einer Stunde, Rad- und Schuhwäsche inklusive, sind wir auf der anderen Seite und stürzen uns weiter in die lange Abfahrt. Nach dem Mittagessen in Puwen finden wir dann auch eine Autowaschanlage mit Hochdruckreiniger und schon ist der Erdrutsch eine kleine Anekdote am Rande.

Dann geht es noch einmal 500 Höhenmeter stramm bergauf, ein wenig wellig und die letzten 23 Kilometer bergab. Nun ja, fast. Tendenziell bergab. Treue Leser wissen, was gemeint ist.

Konditionsbedingt als letzter rolle ich im Zielort, eine kleine Siedlung mit einigen kleinen Gästehäusern ein, als Einziger tropfnass. Die Gruppe hatte es noch vor dem Wolkenbruch geschafft.

Teeflut

Tag 212 der Radweltreise, knapp über 2000 Höhenmeter auf 83 km, beim Wetter alles dabei.

An Tee kann man sich nie sattsehen, höchstens satt trinken! Aber da hat die Gruppe ja noch andere Trinkmöglichkeiten, im Moment ist da ein chinesischer Klarer sehr angesagt. Zur Muskelanspannung. Nun gut!

Die Muskelentspannung ist auch dringend notwendig, weil die Etappe heute wieder einmal alles bietet, was in den letzten vier Wochen einen Radtag ausmachte: Berge satt, wunderschöne Landschaft, anspruchsvolle Steigungen und Wetter von strahlender Sonne bis Wolkenbruch. Den Hauptpass schenken sich dann auch einige, auch der Chronist, der immer noch mit Jetlag und Müdigkeit kämpft.

Schön war der Tag trotzdem, auch wenn das herrlich kalte Schmutzbier, das gute Yanjing aus Beijing heute besonders gut schmeckt. Wir genießen die Ruhe der Teeplantage, ein Art Museumsdorf ohne Bewohner aber mit viel Tee und allem, was dazugehört.

Das Abendessen gibt es dann nach alter China-By-Bike-Tradition in der Kaschemme am, nein eigentlich mitten im Busbahnhof des Dorfes. Was nicht allzu störend ist, da nur zwei Busse am Tag fahren.

Auf jeden Fall lecker war es.

In der Nacht trommelt dann der Regen an unsere Fenster. Ein Omen für die morgige Etappe?

P.S. Heute mal eine Bildergalerie, die fast alle Varianten eines chinesischen Frühstücks abbildet. Für jeden etwas dabei. Nur nicht so, wie wir es von zu Hause gewohnt sind.

Alles Banana!

Tag 211 der Radweltreise, 63 km von Jiangcheng nach Kangping, ideales Radwetter mit etwas Sonne

Was unsere Weltreisenden bisher geleistet haben, merkt man erst, wenn man von Deutschland nach China zur Gruppe fliegt, die irgendwo in Südyunnan nahe der vietnamesischen Grenze ist, und dafür 48 Stunden braucht. Das sind einige in der Gruppe ganz oder fast ganz mit dem Rad gefahren! Kompliment!

Dass es keine gute Idee ist, nach 48 Stunden auf den Beinen bei gerade einmal 10 Stunden Schlaf in drei Nächten auf’s Rad zu steigen und eine typische Yunnanetappe zu fahren, habe ich heute gemerkt. Die Müdigkeit in dem einen, den Jetlag in dem anderen Bein habe ich mich heute 63 km über 1.050 Höhenmeter geschleppt und als ich ankam, saß die Gruppe schon bei der Nudelsuppe. Immerhin, die Teller waren noch nicht leer!

Davon abgesehen war es eine wunderbare Etappe, kein Regen, etwas Sonnen, Temperaturen in den Mitzwanzigern und wenig Verkehr. Tee und Bananen dominieren die Landschaft. Gegen Mitte der Etappe liegt ein Auto halb im Graben, ein junger Chinese sieht Peter und mir beim Teeterrassenfotografieren zu. Wir kommen ins Gespräch, er zieht seinen fiktiven Hut vor den deutschen Radlern und gibt mit einem verlegenen Grinsen zu, dass er den Wagen gestern Abend im Suff in den Graben gesetzt hat und seitdem auf den Abschleppwagen wartet.

Den vermeide ich knapp, nachdem mich hintereinander Isabelle, Xiao Lei und Xiao Luo in das Begleitfahrzeug überreden wollen.

Beim Abendessen gibt es dann kaltes Bier, gutes Essen und die eine oder andere Manöverkritik, die ja auch angebracht ist, wenn schon der Reiseinitiator mit am Tisch sitzt.

Vor 211 Tagen sind Peter und ich zusammen mit ein paar anderen in Berlin losgefahren. Nun bin ich die nächsten 10 Tage wieder dabei. Dann übernimmt Oliver, der schon in Russland die Gruppe geleitet hat. Maria, Beat, Peter haben noch gute 100 Tage, Hartmut und Hans immerhin noch mehr als 60 Tage vor sich.

Und der Monsun scheint endgültig Geschichte zu sein!

Nur Höhenmeter, die stehen weiterhin auf dem Programm!


Unsere Reiseleiter – Rudi Schneider


Ich bin Rudolph, von den meisten (also von allen) Leuten aber Rudi genannt.

Mein Weg verschlug mich aus dem beschaulichen Neubrandenburg über Köln in das traumhafte Guilin. Dort verbrachte ich mein erstes Jahr in China.

Besser hätte mein China-Abenteuer wohl nicht anfangen können.

Ursprünglich hatte ich nur geplant sechs Monate im Reich der Mitte zu bleiben aber daraus wurde nichts und ich blieb letztlich zwei Jahre. Auch das war mir nicht genug.

Deswegen studierte ich nach meiner Rückkehr nach Deutschland Sinologie und absolvierte auch noch ein Jahr als Austauschstudent in Shanghai. Nach sechs Jahren Studium in Heidelberg zog es mich nach Berlin und schon in meiner ersten Woche dort lernte ich China By Bike kennen.

Die Idee China mit dem Rad zu erkunden, war mir selbst noch nie gekommen, erschien mir aber sofort wie das Natürlichste von der Welt.

Radtouren hatte ich bisher nur in Europa gemacht und in China waren mir Radreisende bisher nicht untergekommen.

Kurzerhand entschloss ich mich, das Abenteuer zu wagen.

Um das nötige Rüstzeug für das Reiseleiterhandwerk zu lernen, begleite ich nun die Etappe der Radweltreise von Xi’an nach Chongqing und bin sehr gespannt, was mich dort erwartet.

2000 Kilometer ostwärts

Ein Zwischenfazit und ein Dankeschön

Vor genau einem Monat startete unsere Radweltreise in Berlin, bei Schneeregen und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Ich habe die Tour bis kurz vor die russische Grenze begleitet, immer dem Frühling voraus, der sich zwar mit heftigen Winden bemerkbar machte, zuweilen ein wenig Grün ausschickte, aber gefühlt immer einen Schritt hinter uns blieb.

Inzwischen ist die Radgruppe gut und erstaunlich problemlos in Russland eingereist und hat nun noch 87 Tage russische Weite vor sich. Den Staffelstab hat nun biss-Aktivreisen übernommen. Für die Strecke ab Berlin bis nach Russland waren wir, China By Bike zuständig. Als Ideengeber und Initiator machen wir auch die Globalorganisation der Tour. Falls ihr inzwischen, geschätze Leserinnnen und Leser dieses Blog, auf den Geschmack gekommen seid: Wendet euch vertrauensvoll an uns, auf vielen Teiletappen der Weltreise sind noch Plätze frei! (Ab Xi’an bis Bali wird es aber schon knapp!)

Vielleicht interessiert euch ja auch eine unserer anderen Touren:

CHINA BY BIKE

Eine wichtige Entscheidung hatten wir vor der Reise zu treffen: Wagen wir bei der Wahl der Räder den großen Sprung nach vorne, sprich Highend-Ausrüstung mit Minimalverschleiß und hoher Pannensicherheit? Oder doch lieber die möglichst einfache Ausstattung, die zwar häufiger kaputt geht und öfter gewechselt werden muss, aber noch im Kompetenz- und Ersatzteilbereich eines sibirischen Radschraubers liegt?

Wir haben uns für die erste Variante entschieden und hörten dann mit einer gewissen Nervosität auf mögliche Fahrgeräusche, Auffälligkeiten und ungewöhnliches Verhalten. Als dann in Polen bei Peter und mir ein lautes Knacken an der vorderen Kurbel auftauchte, befürchteten wir schon das Schlimmste. Warum hatten wir nur auf die neue Technik vertraut? Wie spannt man einen Riemen? Wie wechselt man ihn? Alles ein Dutzend mal im Tutorial gesehen, aber eben noch nie selbst gemacht.

Bis Peter dann im Vorbeifahren launisch und eher scherzhaft fragte: „Könnten es auch die Pedalen sein?“ Was bei mir ein Déjà-vu auslöste, denn genau den Fall hatte ich auf einer früheren Tour schon einmal gehabt. Kurz vor dem Tretlagerwechsel hatte ich in einer plötzlichen Eingebung die Pedalen neu geschmiert. Und das Knacken war verschwunden.

Genau so haben wir es dann auch gemacht und fahren seitdem knackfrei und, umso erstaunlicher, seit über 2.000 Kilometern absolut pannen- und wartungsfrei. Nur ab und zu kommt ein wenig Silikonspray auf den Riemen, wenn er mal etwas quietscht.

Fazit: Wir sind mit fantastischem Equipment unterwegs, und daher hier schon einmal ein erster Dank an Tour Terrain, Rohloff, Gates, Magura und Mainstream MSX für die Unterstützung!

Die Liste unserer Partner findet ihr hier:

PARTNER

Für mich geht es nächste Woche auf Erkundung für die Chinaetappe der Radweltreise nach Yibin. Mehr oder weniger dem Yangzi-Oberlauf folgend fahre ich mit kleiner Reisegruppe in Richtung Kunming. Wer gerne virtuell mit dabei sein möchte – den Blog dazu gibt es ab dem 11.05.2018 täglich unter www.china-by-bike.de/blog

Während die Gruppe nun ihren langen Weg zum Baikalsee angeht, hier die bildliche Zusammenfassung der letzten vier Wochen:

Gümnaasium

93 km von Valga nach Tartu, Sonne, Regen, Rückenwind

Estland ist reich. Zumindest reich an Buchstaben. Vor allem Umlaute kommen gerne in der Dopplung. Aber auch Konsonanten kann es nie zu viele geben.

Estland ist aber auch reich an Radwegen. Gut – nicht immer sind diese in einem guten Zustand, aber der gute Wille, und das ist der Wille, der über das „wir versuchen, die Radfahrer von der Fahrbahn zu verbannen, damit sie die Autos nicht stören“ hinausgeht.

Im Gegensatz zu gestern, eine Etappe, die unter die Kategorie „Auf einer Weltreise muss man auch mal Kilometer schrubben“ fällt, meiden wir heute fast vollständig die stark befahrenen Straßen und rollen recht flüssig über gut asphaltierte Nebenstraßen. Mit parallel dazu verlaufenden Eurovelo-Strecken.

Nordkap? Athen? Eurovelo 11?

Nein, wir bleiben bei unserem Ziel Berlin, einmal rum!

Viel passiert nicht am heutigen Tag, der mein letzter Radtag mit der Gruppe sein wird. Morgen Abend übernimmt Sascha.

Hallo Sascha! Er wird sich die Tage sicherlich auch im Blog vorstellen und begleitet die Gruppe die ersten drei Woche in Russland.

Morgen werden es zudem 2.000 Kilometer sein, die die Gruppe seit Berlin zurückgelegt hat.

Chapeau!

Ich werde euch vermissen!

Und hier kommen die Bilder:


Landausflug mit Überraschungen

96 km bei Rückenwind und Aprilwetter von Riga nach Sigulda

Die Erwartungen waren hoch: Nachdem wir schon vor drei Tagen nahezu autofrei nach Riga geradelt waren, die Stadtrundfahrt mit dem Rad auch deutlich angenehmer war als in Vilnius (was aber auch daran lag, dass Aija, unsere Führerin in Riga, deutlich sensibler durch die Stadt fuhr als ihr Kollege Frank in Vilnius!), sollte die Ausfahrt aus Riga doch eigentlich genauso angenehm gestaltet sein, oder?

Jein.

Das Bemühen ist deutlich, und so fahren wir tatsächlich auf relativ guten Radwegen, einer davon sogar baulich getrennt auf der ehemaligen Fahrbahn (auf dem dann aber prompt ein SUV parkt, wie auch immer er dahin gekommen ist – wir unterstellen kriminelle Absicht…).

Nach knapp 10 Kilometern fahren wir sogar auf Höhe des Zoos in ein Parkgelände, das ideale Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer bietet – wäre da nicht eine baulich bedingte Sperrung des Radwegs und die Abwesenheit einer beschilderten Umleitung. Aber auch diese Hürde meistern wir Dank modernster Navigationstechnik: Nase in den Wind und zuweilen auf dem GPS. Mensch und Maschine, die perfekte Einheit! Radfahrer eben! 😉

Einen Schlenker durch den Hafen, ein paar Kilometer auf einer Europastraße, dann wieder malerische Datschenviertel, viel Wald, ein wenig Ostsee.

Und dann, wie eine Fata Morgana: Ein Fahrradmuseum. Vater und Sohn sammeln seit Jahrzehnten, das Erbe der einst glorreichen lettischen Fahrradindustrie und noch so manches mehr.

Nach einem leckeren Mittagessen in einer straßennahen Klitsche geht es am Nachmittag über EU-geförderte Straßen nach Sigulda. Dort erwartet uns die erste richtige Bergprüfung der Tour, fast hundert Höhenmeter mit bis zu 11 Prozent Steigung und dann das Hotel.

Leider erst einmal das falsche, da unsere litauische Agentur die Unterkunft geändert hat, ohne es mir mitzuteilen. Also einmal quer durch Sigulda, in die Außenbezirke, dann in die Pampa. Anruf beim Fahrer, umdrehen, wieder zurück, sechs Kilometer Zusatzstrecke.

Oder wie Stefan trocken bemerkt: Gesamttourtechnisch keinen Kilometer Umweg. Schließlich bleibt die Summe der geplanten Touren heute und morgen gleich.

Konkret heißt das: Schmutzbier im Hotel Pils. Und auch wenn das zu einem launischen Wortspiel einlädt: Pils heißt Schloss. Bezieht sich aber leider auf eine Sehenswürdigkeit in der Nähe und nicht auf unser Hotel.

Passt aber trotzdem!


Bilderbuch am Ruhetag 5 – Riga

Zwei Ruhetage in Riga, Stadtbesichtigung mit dem Rad, Entspannen und Organisieren

Faszinierende Stadt, zu Fuß, auf dem Rad oder einfach beim Blick aus dem Fenster.

Wir verarzten diverse Wehwehchen, verpacken Astrids Rad für den Rücktransport nach Frankfurt, probieren uns durch diverse kulinarische Spezialitäten, plotten neue Tracks, waschen Wäsche, schmieren Riemen, putzen Fahrräder, lassen die Bein baumeln – und ob jemand die Massageangebote im Untergeschoss wahrgenommen hat, habe ich noch nicht gefragt.

Insgesamt ziemlich viel Balsam auf die Seele, und Riga Balsam auf die Leber!

Heißer, heißer Rigastrand (Schön, schön, schön war die Zeit!)

23 km von Jurmala nach Riga, Sonne, Rückenwind und Radinfrastruktur

Es ist weit gekommen mit unserem Musikgeschmack. Vorgestern noch Pink Floyd, heute schon Freddy Quinn. Vor fast 20 Jahren, als China By Bike noch in den Kinderschuhen steckte, hatte ich mal einen Teilnehmer, der, sobald es länger bergauf ging, immer „Heißer, heißer Wüstensand“ intonierte. Das prägt sich ein.

Vielleicht ist auch Karin Schuld, die jede Loveparade mitgemacht hat, Schlagerfestivals liebt und sich darauf freut, auf der Tour durch den Geburtsort von Helene Fischer zu kommen.

Wer auch immer das ist…

Wir lassen es auch radtechnisch seicht angehen und schauen am Mittag erst einmal dem Strandbiathlonwettbewerb zu: 10 km mit vier Schuss Bier, den letzten im Liegendanschlag!

 

Am Nachmittag fahren wir dann in die erste Stadt mit einer nennenswerten Radinfrastruktur: Riga. Eigentlich ein Armutszeugnis, lieber Berliner Senat! Wenn Riga das hinbekommt, warum dann nicht die deutsche Hauptstadt, die es nur Vilnius verdankt, nicht jetzt schon als Schlusslicht der Radfreundlichkeit auf unserer Radweltreise dazustehen?

Wir sind auf jeden Fall tief beeindruckt, dass ein gut ausgebauter Radweg von der Stadtgrenze Jurmalas bis ins Zentrum Rigas führt, nicht immer perfekt, aber durchaus fahrbar und durchdacht. Und mit einigen zauberhaften Passagen!

 

Wie uns Riga überhaupt ziemlich beeindruckt.

Aber davon mehr morgen, wenn eine Stadtrundfahrt mit den Rädern ansteht.